EINE BESSERE WELT IST MÖGLICH: NACHHALTIGER UND GESÜNDER OHNE MASSENTIERHALTUNG

Keine Frage: Die Gesundheit unseres Planeten Erde musste im vergangenen Jahrhundert so einiges einstecken. All die Industrien, die uns Menschen mit massenhaft Nahrung, Konsumgütern und Energie versorgen, verstärken den sogenannten Treibhauseffekt und zerstören unsere Umwelt in zum Teil unwiederbringlichen Ausmaß.

Besonders deutlich werden die Folgen des menschlichen Handelns, seit sich unsere Welt aufgrund der Corona-Pandemie in einer globalen Krise befindet. In den letzten Wochen wurden vermehrt Nachrichten und Aufnahmen veröffentlicht, die von den positiven Auswirkungen berichten, die der Stillstand industrieller Tätigkeiten, des sozialen Lebens und des eingeschränkten Transportwesens auf die vernachlässigte Natur hat: An mehreren Orten der Welt, z.B. in China,  wurden während des Shut-Downs ein Rückgang klimaschädlicher Emissionen um ganze 25 % gemessen. In die heute leeren Großstädte wagen sich Tiere vor, die gewöhnlich vor dem lauten und chaotischen Treiben der Menschen flüchten. Für viele Menschen bedeutet die Krise eine Zwangspause des alltäglichen Lebens, für die Natur möglicherweise einen wohlverdienten Moment der Erholung.

Die aktuelle Situation führt uns in besonderer Weise vor Augen, wir rücksichtslos wir das Leben und die Ressourcen der Erde ausbeuten. Bereits vor über einem Jahr warnte der Weltklimarat der Vereinten Nationen  (IPCC): Uns bleiben nur noch elf Jahre, um die globale Temperatursteigerung bei maximalen 1,5 ºC zu halten und zu verhindern, dass extreme Wetterphänomene wie Dürre, Überschwemmungen und extreme Hitze als Folgen des Klimawandels deutlich ansteigen. 
Um weniger Schaden anzurichten, müssen wir vieles radikal ändern, das ist klar. Doch schon heute bewohnen über sieben Milliarden Menschen die Erde – ist eine bessere, nachhaltige Welt so überhaupt möglich?

NACHHALTIGE WELT OHNE INDUSTRIELLE TIERHALTUNG
Als Grundlage einer nachhaltigeren Welt ist eine Umstrukturierung der Nahrungsmittelproduktion zwingend erforderlich, denn die industrielle Landwirtschaft, wie sie heute betrieben wird, ist ein zerstörerisches System, das nicht nur Tiere und unsere Umwelt ausbeutet, sondern auch die öffentliche Gesundheit der Menschen gefährdet.

EINER MILLIARDE TIERE VOR LEID BEWAHREN
Massentierhaltung und kommerzielle Fischerei sind heute für milliardenfaches Tierleid verantwortlich. Keine andere Industrie hat mehr Qualen verursacht und Leben gekostet, wie diese zerstörerische Produktionsmaschinerie. Alleine in Deutschland sterben über 750 Millionen Landtiere pro Jahr. 

In einer Welt ohne industrielle Landwirtschaft würden jedes Jahr 70 Milliarden Tiere von den grausamsten Praktiken und dem schrecklichen Tod verschont bleiben, vor allem Hühner und Fische – die am meisten verzehrten Tiere der Welt. Eine Welt ohne industrielle Fischerei und die Hühnerindustrie würde jedes Jahr 1.613.000.000.000.000 (eine Milliarde sechshundert dreizehn Milliarden) Fische und 66 Milliarden Hühner vor extremem Leid bewahren. 

UMWELT SCHONEN & RESSOURCEN SPAREN
In 50 Jahren könnten bereits 10,5 Milliarden auf der Erde leben – es wird unmöglich sein, sie alle mit Fleisch und anderen tierischen Produkten zu ernähren. Denn die Herstellung von Fleisch und Milchprodukten gilt aufgrund des hohen Ausstoßes von Treibhausgasen wie Methan und CO2 als einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Um schlimmere Folgen des Klimawandels zu verhindern, ist eine massive Minimierung dieses Industriezweiges deshalb dringend erforderlich. Würde sich Menschen auf der ganzen Welt schon heute hauptsächlich von pflanzlichen Lebensmitteln ernähren, könnte viele Ressourcen gespart und auch in Zukunft alle Menschen auf der Erde satt werden.
In einer Welt ohne industrielle Landwirtschaft, würde ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen weltweit reduziert und 45 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche frei werden, die heute für den Anbau der von der Tierindustrie benötigten Futtermittel genutzt wird. Zudem könnten weltweit zwischen 20 % -30 % des verbrauchten Trinkwassers eingespart und die Abholzung der Wälder im Amazonasgebiet um 50 % verringert werden.

ÖFFENTLICHE GESUNDHEIT & MENSCHENLEBEN RETTEN
Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Tierindustrie könnte in Zukunft nicht nur Tieren, sondern auch vielen Menschen das Leben kosten. Je öfter Antibiotika in Ställen eingesetzt werden, desto mehr Keime entstehen, gegen die Antibiotika wirkungslos sind. Diese resistenten Keime befinden sich dann nicht nur im Fleisch, sondern gelangen auch über das Wasser und die Abluft aus den Ställen ins Umland. 

Weltweit sterben etwa 700.000 Menschen im Jahr, weil ihr Körper eine Resistenz gegen Antibiotika entwickelt hat. Allein in Deutschland litten im Jahr 2015 ca. 55.000 Menschen an einer Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen, davon starben etwa 2400. Die Zahl der nicht behandelbaren Krankheitsfälle steigt so rasant, dass die UNO warnt: Im Jahr 2050 könnten es schon 10 Mio. Tote weltweit sein. In Europa würde die Zahl auf 400.000 ansteigen, sodass mehr Menschen an multiresistenten Keimen sterben würden als an Krebs. Durch das Ende des Massentierhaltung könnten möglicherweise auch viele Menschenleben gerettet werden.
Die wahren Kosten des Konsums tierischer Nahrungsmittel scheint angesichts dieser Tatsache  umso extremer: Längst wurde wissenschaftlich belegt, dass der Konsum tierischer Lebensmittel für Menschen aus gesundheitlicher Perspektive nicht lebensnotwendig ist. Im Gegenteil: Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen, die einer rein pflanzlichen Ernährungsweise folgen, ein deutlich verringertes Risiko für ernährungsassoziierte Erkrankungen, wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Hypertonie, kardiovaskuläre Erkrankungen und bestimmte Krebsarten, aufweisen.*

DER WANDEL BEGINNT AUF UNSERER TELLERN
Es mag zunächst merkwürdig erscheinen, aber in unseren Kühlschrank, unserer Speisekammer und unserem Einkaufswagen kann der Ursprung eines wichtigen Wandels liegen. Denn unser Konsum, unsere täglichen Entscheidungen haben eine viele größere Tragweite, als uns häufig bewusst ist. Tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen, bedeutet immer eine bewusste Entscheidung gegen Tierleid und gegen die verheerende Zerstörung der Umwelt. 

Immer mehr Menschen entscheiden sich heute dazu, weniger Fleisch zu essen oder auf eine vegane Ernährung umzusteigen. Und das Angebot pflanzlicher Alternativen in Supermärkten und der Gastronomie nimmt exponentiell zu. Auch unter Leistungssportler*innen wird eine ausgewogene, pflanzlich Ernährung immer beliebter. Viele Top-Athlet*innen berichten von einem gesteigerten Wohlbefinden durch einen veganen Ernährungsstil.

Treffen Sie heute noch die Entscheidung, eine nachhaltigere, gerechtere Welt mitzugestalten und probieren Sie eine tierleidfreie Ernährung aus – für die Tiere, nachfolgende Generationen und die Zukunft unseres Planeten!

*Die Academy of Nutrition and Dietetics, die weltgrößte Organisation für Nahrungs- und Ernährungsfachleute bestätigt: „Angemessen geplante vegetarische Ernährungsformen, einschließlich rein vegetarischer oder veganer Ernährungsformen, sind gesund, bieten einen angemessenen Nährstoffgehalt und möglicherweise gesundheitliche Vorteile für die Prävention und Behandlung bestimmter Krankheiten. Gut geplante vegetarische Ernährungsformen sind für Personen in allen Lebensphasen geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit, Jugendalter und für Sportler.“

Quellen:
The American Journal of Clinical Nutrition: Sustainability of meat-based and plant-based diets and the environment
IPCC Special report: Global Warming of 1,5 ºC