EU will Käfighaltung und Kükentöten beenden
Was die Kommission in der am 7. Juli 2026 veröffentlichten Nutztierstrategie (Livestock Strategy) verspricht:
Hühner
Für 2026 eine Überarbeitung der EU-Tierschutzvorschriften für sogenannte Legehennen und Masthühner, die Folgendes umfassen soll:
- die schrittweise Abschaffung von Käfigen
- die Einführung von Tierschutzindikatoren – dabei werden verschiedene Beurteilungskriterien festgelegt, mit denen das „Wohlergehen“ der Tiere objektiv gemessen werden kann
- Maßnahmen zur Beendigung des Tötens männlicher Küken
- gleichwertige Tierschutzanforderungen für importierte Produkte
Schweine
2027 soll ein Vorschlag zum Tierschutz bei Schweinen folgen, der diese Punkte beinhaltet:
- Käfighaltung soll langfristig abgeschafft werden. Mutterschweine sollen dann nicht mehr in Kastenständen, sondern in Laufstallsystemen gehalten werden.
- Tierschutzindikatoren – dabei werden verschiedene Beurteilungskriterien festgelegt, mit denen das „Wohlergehen“ der Tiere objektiv gemessen werden kann.
- gleichwertige Tierschutzanforderungen für importierte Produkte
Transport und Schlachtung
Die EU hat auch Überarbeitungen zum Transport und zur Tötung von Tieren, die exportiert werden, angekündigt.
Außerdem soll die Kennzeichnung von Eiern aktualisiert werden, um Verbrauchende über den Ausstieg aus der Kükentötung zu informieren.
„Die Veröffentlichung der Nutztierstrategie ist ein wichtiges Signal. Jetzt kommt es darauf an, dass die Kommission konsequente Gesetzesvorschläge ohne Verzögerungen vorlegt – damit Käfighaltung und die Tötung männlicher Küken endlich der Vergangenheit angehören.“
Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland
Wie es jetzt weitergeht
Bei der Nutztierstrategie (Livestock Strategy) handelt es sich um einen politischen Fahrplan, es sind noch keine verbindlichen Gesetze. Die EU-Kommission beziehungsweise die Generaldirektion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) unter Tierschutzkommissar Olivér Várhelyi muss jetzt entsprechende Gesetzesvorschläge ausarbeiten, danach beginnt das Gesetzgebungsverfahren.
Die Strategie wird erstmals am 13. Juli von den EU-Landwirtschaftsminister*innen im Rat für Landwirtschaft und Fischerei (AGRIFISH) erörtert. Darin sind alle Mitgliedstaaten vertreten. Sie können die Nutztierstrategie zwar nicht direkt blockieren, aber die Vergangenheit zeigt, dass die Meinung des Rats die Pläne der Kommission trotzdem stark beeinflussen kann – stärken, verzögern, verwässern oder sogar vernichten. Am 1. Juli hat Irland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. In ihrem Arbeitsprogramm hat die irische Ratspräsidentschaft den Tierschutz als zentrale Priorität festgelegt und erklärt, dass dieses Thema im Mittelpunkt der Diskussionen stehen werde, um den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden und EU-weit hohe Standards aufrechtzuerhalten.
Wir sind noch nicht am Ziel: Bleib aktiv!
Wir müssen jetzt weiter Druck auf die EU-Kommission ausüben, damit sie ihre Versprechen und Fristen einhält. Sie muss jetzt konsequente Gesetzesvorschläge ausarbeiten – ohne Ausnahmen und Schlupflöcher.
Unterschreibe jetzt unseren Offenen Brief an die Kommission:
Unterzeichne den Offenen Brief und fordere die Europäische Kommission auf, echten Schutz für die Tiere zu gewährleisten.
Teile den Offenen Brief und schreibe E-Mails an die Verantwortlichen:
Teile den Offenen Brief jetzt in deinem WhatsApp-Status, deiner Instagram-Story, in deiner Facebook-Chronik und schicke ihn per Nachricht an Freunde und Familie. Je mehr Menschen wir für die Tiere werden, umso stärker wird der Druck auf die Verantwortlichen.
Nutze unsere E-Mail-Tools, um mit wenigen Klicks von uns vorbereitete E-Mails an die zuständigen EU-Politiker*innen zu verschicken. Für dich sind es wenige Augenblicke, für die Tiere kann es ihr ganzes Leben verändern.
Unsere Forderungen an die Kommission
Die EU-Kommission hat sich verpflichtet, den Tierschutz zu verbessern – jetzt müssen Taten in Form von konsequenten Gesetzen folgen. Wir fordern, dass die Vorschläge:
- einen klaren und verbindlichen Zeitplan für den Ausstieg aus der Käfighaltung festlegen;
- die routinemäßige Tötung männlicher Küken dauerhaft beenden;
- Ausnahmeregelungen und Schlupflöcher vermeiden, die die Reformen schwächen könnten;
- fest auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren;
- innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens wirkungsvolle Verbesserungen des Tierschutzes für Millionen von Tieren bewirken.
Gemeinsam erreichen wir Verbesserungen für die Tiere
Dass die EU-Kommission Verpflichtungen zum Tierschutz in ihre Nutztierstrategie aufgenommen hat, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis des unermüdlichen Einsatzes von Tierschützer*innen. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission ihr Arbeitsprogramm 2026 vorgestellt. Darin stand noch nichts von gesetzlichen Verbesserungen für die Tiere.
Wir haben daher in den letzten Monaten gemeinsam und intensiv für eine Tierschutzreform gekämpft. Mit Hunderten Aktivist*innen aus ganz Europa haben wir immer wieder in Brüssel vor den Türen der EU-Kommission gegen Käfige und für ein Ende des Kükentötens protestiert. Unsere Animal Defender haben tausende Nachrichten an die Verantwortlichen geschickt und sie zum Handeln aufgefordert. Zehntausende Menschen haben unseren Offenen Brief an die EU-Kommission unterschrieben.
Bis in die Nutztierstrategie haben wir den Ausstieg aus der Käfighaltung und das Ende des Kükentötens jetzt gebracht – nun geht es weiter.
Worte alleine schaffen Käfige nicht ab. Deswegen müssen wir jetzt unbedingt dranbleiben, damit aus Worten Taten werden!

LEBE DEIN MITGEFÜHL
Einer der effektivsten Wege, um das Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere nachhaltig zu verbessern, ist der Umstieg auf pflanzliche Alternativen. Besuche Love Veg und starte noch heute mit einer pflanzlichen Ernährungsweise.



