Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
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Protest-Offensive gegen Käfige: Aktivist*innen aus ganz Europa fordern EU-Kommission zum Handeln auf

Es ist dringend: Die EU-Kommission veröffentlicht Anfang Juli die „Strategie für Nutztierhaltung“ (Livestock Strategy). Sie wird die Richtung vorgeben, ob der für das vierte Quartal 2026 geplante Legislativvorschlag zum Tierschutz verbindliche Maßnahmen wie ein Käfigverbot enthält. Deswegen sind wir auch im Juni in Brüssel auf die Straße gegangen, um unsere Forderungen für die Tiere unübersehbar zu machen – noch lauter, noch stärker und mit noch mehr Menschen denn je.
24. Juni 2026 Aktualisiert: 1. Juli 2026
Protest in Brüssel
Protest in Brüssel

Schluss mit den Verzögerungen! Die Forderungen unserer Aktivist*innen an die EU-Kommissare Christophe Hansen und Olivér Várhelyi sind eindeutig: verbindliche Gesetze zum Verbot der Käfighaltung und zur Beendigung des Kükentötens. „Macht eure Arbeit!“, forderten rund 170 Menschen aus ganz Europa vor der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (SANTE) und dem Berlaymont-Gebäude – dem Hauptsitz der EU-Kommission. Parallel fuhr unser gläserner Truck durch Brüssel, um der Öffentlichkeit zu zeigen, für welches Leid die Politiker*innen verantwortlich sind.

Protest in Brüssel

Den Zeitpunkt für die Protestaktionen haben wir gezielt gewählt. Denn zur selben Zeit hat sich der EU-Landwirtschaftskommissar Hansen mit dem EU-Rat für Landwirtschaft und Fischerei (AGRIFISH) getroffen, um über die Zukunft der Agrarindustrie zu sprechen – der Schutz der Tiere stand wieder einmal nicht auf der Tagesordnung. Das ist besonders kritisch vor dem Hintergrund, dass Anfang Juli die „Strategie für Nutztierhaltung“ (Livestock Strategy) veröffentlicht wird. Dann wird sich zeigen, ob die verantwortlichen Politiker*innen den Schutz der Tiere, wissenschaftliche Empfehlungen und den Willen von Millionen Bürger*innen endlich ernst nehmen und in verbindliche Gesetze verwandeln werden.

Protest in Brüssel gegen Käfighaltung

Nach zwei Tagen lautstarken und intensiven Protesten mit Unterstützer*innen aus ganz Europa, haben Aktivist*innen von Animal Equality an den darauffolgenden Tagen mit weiteren Aktionen für Aufsehen im Europaviertel gesorgt. Sie entrollten vor dem Hauptsitz der Kommission ein überdimensionales Banner in Form einer Kassenquittung. Die Bilanz von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Tischutzkommissar Olivér Várhelyi und EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen ist vernichtend: 0 eingehaltene Versprechen zum Käfigverbot.

„The cost of your betrayals“ (Die Kosten eures Verrats) prangte über der Abrechnung. Darunter genau aufgerechnet, wie viele Stunden Hühner, Kaninchen, Schweine und weitere Tiere seit dem gebrochenen Versprechen 2021 in Käfige gesperrt wurden. Die Summe bis heute: 4 Milliarden Tiere, 19 Billionen Stunden.

Protest in Brüssel

Am Morgen danach errichteten die Aktivist*innen einen Tatort an der DG SANTE. Absperrband mit Aufdrucken wie „Promises killed here“ (Hier werden Versprechen getötet) und „Várhelyi, do your job“ (Várhelyi, mach deine Arbeit) blockierte den Eingang des Arbeitsortes vom Tierschutzkommissar. Tierschützer*innen in Schutzanzügen hielten Plakate mit den Beweisen für den politischen Verrat.

Protest in Brüssel

Auch du kannst jetzt von zuhause aus für die Tiere aktiv werden! Unterschreibe unseren Offenen Brief an die EU-Kommission und fordere Hansen und Várhelyi zum Handeln auf:

Das Leid der Tiere nicht länger ignorieren!

Während die Verantwortlichen bei ihren Treffen die Tiere erneut im Stich gelassen haben, leiden rund 300 Millionen Tiere in der EU in Käfigen. Oftmals sind diese bei Schweinen kaum größer als die Körper der Tiere. Hühner können darin nicht einmal ihre Flügel ausbreiten und Kaninchen kaum einen Schritt gehen. Gleichzeitig werden in der Eierindustrie rund 330 Millionen männliche Küken wenige Augenblicke nach ihrer Geburt lebendig geschreddert oder mit Gas getötet. Sie gelten für die Tierindustrie als „Abfall“, weil sie keine Eier legen können. Das sind keine Einzelfälle oder einfache Zahlen auf dem Papier. Das ist die Lebensrealität für zahlreiche fühlende Lebewesen in der EU.

Zwei Kommissare, ein gemeinsames Versagen

Wir ziehen mit unseren Protestaktionen die Entscheidungsträger*innen zur Verantwortung und sorgen dafür, dass die Menschen ihre Namen und Gesichter kennen.

Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung:

Laut einer Analyse des Corporate Europe Observatory hat er sich im vergangenen Jahr fast 20-mal häufiger mit der Agrarindustrie getroffen als mit NGOs und Gewerkschaften zusammen. Er hat die Ziele zur Reduzierung des Pestizideinsatzes gestrichen und der Massentierhaltungsindustrie versprochen, die Zahl der für die Lebensmittelproduktion gezüchteten Tiere nicht zu reduzieren. Er stellt offensichtlich die Wirtschaft vor den Schutz der Tiere.

Fordere jetzt Hansen auf, den Schutz der Tiere und die Forderungen von uns Bürger*innen ernstzunehmen und konsequent durchzusetzen! Verschicke mit wenigen Klicks eine von uns vorbereitete E-Mail, um den Druck auf den Landwirtschaftskommissar zu erhöhen:

Protest in Brüssel

Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz:

Er trägt die direkte Verantwortung für die Überarbeitung der Tierschutzgesetze. Doch bisher hat er die jahrelangen Versprechen der EU-Kommission nicht umgesetzt. Auch er hat sich kaum mit Tierschutzorganisationen, aber immer wieder mit Vertreter*innen der Agrarindustrie getroffen. Die Worte „Käfige“ oder „Kükentöten“ tauchten in den Sitzungstiteln kein einziges Mal auf.

Protest in Brüssel

„Die EU-Kommission kann nicht länger so tun, als würde es keinen eindeutigen Willen der Bürger*innen geben. Mehr als 1,4 Millionen Menschen haben mit „End the Cage Age“ ein Käfigverbot gefordert. Das Ergebnis der Tierschutzbefragung der EU sprach deutlich für ein Verbot des Kükentötens. Und wir tragen diese Forderungen immer wieder direkt vor die Türen der EU-Kommission. Hansen und Várhelyi müssen jetzt ihre Arbeit machen, dem demokratischen Willen nachkommen und die Tiere besser schützen.“

Till Hartmann, Campaigner bei Animal Equality Deutschland

Verbindliche Gesetze – jetzt!

Unsere Forderungen und die Frist sind klar: Die Anfang Juli fällige „Strategie für Nutztierhaltung“ (Livestock Strategy) muss verbindliche Maßnahmen enthalten – keine vagen Formulierungen, keine freiwilligen Leitlinien, keine Verschiebungen, sondern ein Verbot von Käfighaltung und ein Verbot der Tötung männlicher Küken. Klare Zeitpläne. Keine Schlupflöcher. Keine Ausnahmen.

Update: Entwurf der Nutztierstrategie verspricht Verbesserungen

Wenige Tage nach unseren Protestaktionen und vor Veröffentlichung der Strategie, liegt der Plattform Politico Europe nach eigenen Angaben ein aktualisierter Entwurf vor. Demnach plant die EU-Kommission, bis Ende 2026 eine Überarbeitung des Tierschutzgesetzes für sogenannte Legehennen und Masthühner vorzuschlagen. Ein separater Vorschlag zum Tierschutz bei Schweinen wird für das zweite Quartal 2027 erwartet. 

Die Reform im Geflügelbereich soll Folgendes umfassen: den schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung, ein Ende der systematischen Tötung männlicher Küken, neue Tierschutzindikatoren für die Betriebe, gleichwertige Anforderungen für importierte Produkte sowie aktualisierte Eierkennzeichnungen, aus denen hervorgeht, welche Betriebe die Tötung männlicher Küken eingestellt haben. Der Vorschlag für Schweine sieht eine Umstellung von Käfigen auf Gruppenhaltung vor, mit ähnlichen Tierschutzindikatoren und Einfuhrbestimmungen.

Wir werden die Entwicklungen genau verfolgen und sicherstellen, dass die EU-Kommission ihre Versprechen endlich einlöst und konsequente Maßnahmen umsetzt.

Fordere auch du die EU-Kommission zum Handeln auf:

LEBE DEIN MITGEFÜHL

Einer der effektivsten Wege, um das Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere nachhaltig zu verbessern, ist der Umstieg auf pflanzliche Alternativen. Besuche Love Veg und starte noch heute mit einer pflanzlichen Ernährungsweise.


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Seit fünf Jahren verspricht die EU-Kommission einen schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung. Ein verbindlicher Zeitplan oder konkrete Gesetzesvorschläge liegen bis heute nicht vor. Und das, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig belegen, wie leidvoll die Käfighaltung ist, und auch EU-Bürger*innen seit Jahren ein Verbot fordern. Was hält die Politik also vom Handeln ab? Unsere neue Auswertung zeigt jetzt, welche Rolle die Agrarlobby dabei spielt.
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