Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
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Tierschutzappell an von der Leyen: Wir haben 33 Expert*innen und 14 Organisationen gegen Käfige mobilisiert

Die EU-Kommission hatte vor Jahren versprochen, das EU-Tierschutzrecht zu reformieren und den Ausstieg aus der Käfighaltung anzugehen. Doch der zentrale Legislativvorschlag zum Schutz von landwirtschaftlich genutzten Tieren liegt bis heute nicht vor. Währenddessen leiden weiterhin rund 300 Millionen fühlende Lebewesen in der EU in Käfigen. Jetzt haben wir gemeinsam mit 14 Organisationen und 33 Expert*innen, wie dem weltweit bekannten Tierethiker Prof. Peter Singer, einen Appell an die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gerichtet. Und auch du kannst dich jetzt gegen Käfige starkmachen.
18. Juni 2026
Kampagne EU Tierschutzreform jetzt
EU-Tierschutzreform – JETZT!
Foto: Aitor Garmendia

Versprochen, verzögert, vergessen?

2020 verkündete die EU-Kommission im Rahmen ihrer „Farm to Fork“-Strategie (Vom Hof auf den Tisch), die Tierschutzgesetze bis Ende 2023 zu überarbeiten. 2021 folgte nach der Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ – unterstützt von über 1,4 Millionen Menschen – eine konkrete Zusage: Die Käfighaltung soll beendet werden. Legislativvorschlag bis Ende 2023. Inkrafttreten ab 2027.

Das Ergebnis heute? Der konkrete Legislativvorschlag liegt weiterhin nicht vor. Im Arbeitsprogramm 2026 findet sich zunächst nur eine nicht-legislative EU-Livestock-Strategy mit Elementen zum Tierschutz; der verbindliche Vorschlag soll nach aktueller Planung erst im vierten Quartal 2026 folgen.

Während die Politik wegschaut, leiden rund 300 Millionen landwirtschaftlich genutzte Tiere in engen Käfigen – ohne Bewegungsfreiheit, ohne die Möglichkeit, natürliches Verhalten ausleben zu können.

Dieser Moment ist entscheidend

Die EU-Kommission veröffentlicht Anfang Juli die Strategie zur Nutztierhaltung (Livestock Strategy). Sie wird die Richtung vorgeben, ob der für das vierte Quartal 2026 geplante Legislativvorschlag verbindliche Maßnahmen wie ein Käfigverbot enthält. Deswegen sind Tierschutzambitionen wie der Appell jetzt richtungsweisend.


Auch du kannst dich jetzt gegen Käfige einsetzen, unterschreibe unseren Offenen Brief an die EU-Kommission!


Ein starkes Bündnis für die Tiere

Wir haben einen hochkarätig besetzten Tierschutzappell an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen initiiert.

Auszug aus dem Appell:

EU Tierschutzappell 2026

Zu den rund 50 Unterzeichnenden gehören international führende Expert*innen aus Veterinärmedizin, Rechtswissenschaften, Philosophie, Ethik, Politikwissenschaft und Verhaltensbiologie. Neben den zahlreichen Unterstützenden aus Deutschland, haben sich auch Expert*innen und Organisationen aus der Schweiz, Österreich, Großbritannien und den USA unserem Aufruf angeschlossen.

Unterzeichner*innen unseres Appells

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Animal Equality Germany e.V., Berlin

Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Berlin

Animal Society e.V., Stuttgart

Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V., Berlin

Deutsche Tier-Lobby e.V., Nürnberg

Expertise for Animals gGmbH, Berlin 

Humane World for Animals Deutschland

Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V., Zülpich

mensch fair tier e.V., Bondorf

Politischer Arbeitskreis Tierrechte in Europa (PAKT) e.V., Düsseldorf

PROVIEH e.V., Kiel

Stiftung für das Tier im Recht (TIR), Zürich

Team Tierschutz e.V., Berlin

Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V., Wedemark

Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln e.V., Wedemark

Dr. Felix Aiwanger,
Wissenschaftlicher Referent, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg

Prof. Dr. iur. Charlotte E. Blattner,
LL.M. (Harvard), Associate Professor, Center for Public Law, Faculty of Law, Criminal Justice and Public Administration, University of Lausanne

Dr. LL.M. Gieri Bolliger,
Anwalt für Tierrecht, Geschäftsleiter Stiftung für das Tier im Recht, Zürich

Prof. Dr. Johannes Caspar,
Fachbereich Rechtswissenschaft, Universität Hamburg

Prof. Alasdair Cochrane,
Professor of Political Theory, University of Sheffield

PD Dr. Mara-Daria Cojocaru,
Philosophin mit Schwerpunkten in der Tierethik und -politik, Hochschule für Philosophie München

Michaela Dämmrich,
Landesbeauftragte für den Tierschutz des Landes Niedersachsen a. D.

Dr. Arianna Ferrari,
Wissenschaftlerin, Center for Innovation Systems and Policy, AIT (Austrian Institute of Technology), Wien, Österreich

Dr. Sc. agr. Edmund Haferbeck,
Agrarwissenschaftler

Dr. Johanna Hahn,
Rechtswissenschaftlerin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Dr. iur. Vanessa Gerritsen,
Juristin für Tierrecht, Mitglied der Geschäftsleitung Stiftung für das Tier im Recht, Zürich

Dr. Philipp von Gall,
Thünen-Institut, Braunschweig

Nadine Hieß,
Rechtsanwältin und Fachanwältin für Verwaltungsrecht

Dr. Simone Horstmann,
Tierethikerin und Philosophin

Prof. Dr. Elisa Hoven,
Professorin für Strafrecht und Strafprozessrecht, Universität Leipzig

Prof. Andrew Knight,
Professor of Animal Welfare and Ethics

Prof. Dr. Kurt Kotrschal,
Professor für Verhaltens- und Kognitionsbiologie i. R., Universität Wien

Prof. Dr. Marcel Leist,
Professor für in vitro Toxikologie und Biomedizin, Universität Konstanz

Dr. Madeleine Martin,
Landestierschutzbeauftragte Hessen, Fachtierärztin für öffentliches Veterinärwesen

Prof. Dr. Peter Niesen,
Professor für Politikwissenschaft, Universität Hamburg

Prof. Anne Peters,
Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting,
Fachtierärztin für öffentliches Veterinärwesen, Landesbeauftragte
für den Tierschutz des Landes Niedersachsen

Dr. Claudia Preuß-Ueberschär,
Veterinärmedizinerin und Tierpathologin

Dr. Heidemarie Ratsch,
Fachtierärztin für Tierschutz und Tierschutzethik

Marietheres Reinke,
Tierärztin und Geschäftsführerin bei Expertise for Animals

Prof. Peter Singer,
AC, Ira W. DeCamp Professor of Bioethics (Emeritus), Princeton University; V.K. Rajah Professor in Medical Ethics, National University of Singapore

Prof. Dr. med. Horst Spielmann,
Professor für Regulatorische Toxikologie, Berlin

Dr. med. vet. Heidi Stümges

Dr. med. vet. Jochen Weins,
Leitender Veterinärdirektor i. R., Fachtierarzt für öffentliches Veterinärwesen, Fachtierarzt für Tierschutz

Prof. (apl.) Dr. Sibylle Wenzel,
Landesbeauftragte für den Tierschutz, Freie Hansestadt Bremen, Fachtierärztin für Tierschutz

Prof. Dr. med. vet. Rudolf Winkelmayer,
Dipl. ECVPH (i. R.)

Prof. Dr. Markus Wild,
Professur Theoretische Philosophie, Universität Basel

Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Wolf,
Seniorprofessorin für Philosophie, Universität Mannheim

Unsere drei Forderungen

Mit unserem Appell fordern wir die Europäische Kommission auf, den für das vierte Quartal 2026 geplanten Legislativvorschlag zur Überarbeitung der EU-Tierschutzvorschriften fristgerecht vorzulegen und so auszugestalten, dass er

  1. ein schrittweises Auslaufen der Käfighaltung vorsieht.
  2. ein Verbot des Tötens männlicher Küken beinhaltet.
  3. faire Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt sicherstellt, indem Wettbewerbsverzerrungen zulasten von Betrieben und Marktakteuren, die bereits in höhere Tierschutzstandards investieren, verringert und zugleich die Angleichung von Anforderungen für Importe in die EU sowie wirksame Kontrollen vorangebracht werden.

Fordere auch du die EU-Kommission zum Handeln auf – unterschreibe jetzt unseren Offenen Brief:


„Jeder Tag, an dem die EU-Kommission nicht handelt, bedeutet weiteres Leid für Millionen fühlende Lebewesen in Käfigen – ohne Möglichkeit, sich zu bewegen oder natürliches Verhalten auszuleben. Die Kommission weiß das und hat versprochen zu handeln. Aber der gesetzliche Vorschlag liegt bis heute nicht vor. Das Problem liegt nicht bei mangelnder Bereitschaft in der Gesellschaft oder Wirtschaft – es liegt bei einer Politik, die den Willen ihrer Bürger*innen ignoriert und ihre eigenen Versprechen nicht einhält.“
– Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland

Wissenschaft und Öffentlichkeit sind sich einig

Die Wissenschaft ist sich einig: Die von der EU-Kommission selbst beauftragte Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat in mehreren Gutachten (u. a. zu Schweinen, Legehennen, Enten, Gänsen, Wachteln) klar festgestellt: Käfighaltung ist mit erheblichem Tierleid verbunden und muss beendet werden. Zudem hat die EFSA auf die Tierschutzbedenken im Zusammenhang mit Kükentöten hingewiesen und die Entwicklung sowie den Einsatz von Alternativen empfohlen.

Die Bürger*innen haben entschieden: Die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ wurde 2019 von mehr als 1,4 Millionen Menschen unterstützt. 84 % der Europäer*innen fordern laut Eurobarometer 2023 besseren Schutz für landwirtschaftlich genutzte Tiere. In der öffentlichen Konsultation der Kommission (2025) sprachen sich von über 190.000 gültigen Antworten rund 99 % für ein Ende der Käfighaltung aus.

Jetzt muss die EU-Kommission liefern.

Einheitliche, verbesserte EU-Standards dringend notwendig

Deutschland hat aus Tierschutzgründen in einzelnen Bereichen strengere nationale Vorschriften erlassen. Viele Agrarbetriebe haben deshalb erheblich investiert und ihre Produktion umgestellt. Und auch große deutsche Lebensmittelhändler haben bereits öffentliche Selbstverpflichtungen zu höheren Standards übernommen. 

Ohne übergreifende und verbindliche Verbesserungsmaßnahmen werden die Betriebe, die bereits stärker in den Tierschutz investiert haben, im europäischen Wettbewerb benachteiligt. Hinzu kommen Importe aus Drittstaaten, die ohne entsprechende Auflagen auf den EU-Markt gelangen und preislich diejenigen unterbieten, die bereits höhere Standards umsetzen.

Dies führt auch dazu, dass auf nationaler Ebene der Tierschutz nur langsam und inkonsequent voranschreitet. Nationale Alleingänge stoßen schnell an Grenzen, wenn sie nicht durch EU-weite Standards flankiert werden. Betriebe fürchten Wettbewerbsnachteile, Politik zögert mit strengeren Vorgaben. Das Ergebnis: Trotz einiger Verbesserungen leben auch in Deutschland noch immer Millionen Tiere unter tierschutzwidrigen Bedingungen.

Was fehlt, ist ein fairer, einheitlicher EU-Rechtsrahmen, der allen Betrieben Planungssicherheit gibt und gleichzeitig das Leid der Tiere endlich wirksam reduziert.

Was du jetzt für die Tiere tun kannst:

  • Unterschreibe unseren Offenen Brief an die EU-Kommission, um unsere Forderung zu stärken. Jetzt unterzeichnen!
  • Sei bei unseren nächsten Protestaktionen in Brüssel dabei, um den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. Mehr erfahren und anmelden!
  • Entscheide dich konsequent für pflanzliche Lebensmittel und stelle dich damit gegen Tierausbeutung. Love Veg entdecken.

LEBE DEIN MITGEFÜHL

Einer der effektivsten Wege, um das Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere nachhaltig zu verbessern, ist der Umstieg auf pflanzliche Alternativen. Besuche Love Veg und starte noch heute mit einer pflanzlichen Ernährungsweise.


Aktuellste Neuigkeiten
16. Juli 2026

Seit fünf Jahren verspricht die EU-Kommission einen schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung. Ein verbindlicher Zeitplan oder konkrete Gesetzesvorschläge liegen bis heute nicht vor. Und das, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig belegen, wie leidvoll die Käfighaltung ist, und auch EU-Bürger*innen seit Jahren ein Verbot fordern. Was hält die Politik also vom Handeln ab? Unsere neue Auswertung zeigt jetzt, welche Rolle die Agrarlobby dabei spielt.
9. Juli 2026

Die Aktivist*innen haben sich am Hauptsitz von Sodexo in Paris angekettet und das Unternehmen zum Handeln aufgefordert. Denn Sodexo hatte sein Versprechen gebrochen, die Käfighaltung von sogenannten Legehennen in seinen internationalen Lieferketten zu beenden. Nach fast fünf Stunden beendeten die Tierschützer*innen die Protestaktion, nachdem Sodexo zugesagt hatte, mit Animal Equality in den Dialog zu gehen.
8. Juli 2026

Seit Monaten kämpfen wir gemeinsam für die Tiere in der EU. Jetzt hat die Europäische Kommission die lang erwartete Nutztierstrategie vorgestellt. Darin verpflichtet sich die Kommission, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der unter anderem den schrittweisen Ausstieg aus der Käfighaltung sowie ein Ende der Tötung männlicher Küken vorsieht. Das ist ein wichtiger Meilenstein, aber wir sind noch nicht am Ziel.