Tierschutzappell an von der Leyen: Wir haben 33 Expert*innen und 14 Organisationen gegen Käfige mobilisiert
Versprochen, verzögert, vergessen?
2020 verkündete die EU-Kommission im Rahmen ihrer „Farm to Fork“-Strategie (Vom Hof auf den Tisch), die Tierschutzgesetze bis Ende 2023 zu überarbeiten. 2021 folgte nach der Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ – unterstützt von über 1,4 Millionen Menschen – eine konkrete Zusage: Die Käfighaltung soll beendet werden. Legislativvorschlag bis Ende 2023. Inkrafttreten ab 2027.
Das Ergebnis heute? Der konkrete Legislativvorschlag liegt weiterhin nicht vor. Im Arbeitsprogramm 2026 findet sich zunächst nur eine nicht-legislative EU-Livestock-Strategy mit Elementen zum Tierschutz; der verbindliche Vorschlag soll nach aktueller Planung erst im vierten Quartal 2026 folgen.
Während die Politik wegschaut, leiden rund 300 Millionen landwirtschaftlich genutzte Tiere in engen Käfigen – ohne Bewegungsfreiheit, ohne die Möglichkeit, natürliches Verhalten ausleben zu können.

Dieser Moment ist entscheidend
Die EU-Kommission veröffentlicht Anfang Juli die Strategie zur Nutztierhaltung (Livestock Strategy). Sie wird die Richtung vorgeben, ob der für das vierte Quartal 2026 geplante Legislativvorschlag verbindliche Maßnahmen wie ein Käfigverbot enthält. Deswegen sind Tierschutzambitionen wie der Appell jetzt richtungsweisend.
Auch du kannst dich jetzt gegen Käfige einsetzen, unterschreibe unseren Offenen Brief an die EU-Kommission!
Ein starkes Bündnis für die Tiere
Wir haben einen hochkarätig besetzten Tierschutzappell an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen initiiert.
Auszug aus dem Appell:

Zu den rund 50 Unterzeichnenden gehören international führende Expert*innen aus Veterinärmedizin, Rechtswissenschaften, Philosophie, Ethik, Politikwissenschaft und Verhaltensbiologie. Neben den zahlreichen Unterstützenden aus Deutschland, haben sich auch Expert*innen und Organisationen aus der Schweiz, Österreich, Großbritannien und den USA unserem Aufruf angeschlossen.
Unterzeichner*innen unseres Appells
+Animal Equality Germany e.V., Berlin
Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Berlin
Animal Society e.V., Stuttgart
Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V., Berlin
Deutsche Tier-Lobby e.V., Nürnberg
Expertise for Animals gGmbH, Berlin
Humane World for Animals Deutschland
Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V., Zülpich
mensch fair tier e.V., Bondorf
Politischer Arbeitskreis Tierrechte in Europa (PAKT) e.V., Düsseldorf
PROVIEH e.V., Kiel
Stiftung für das Tier im Recht (TIR), Zürich
Team Tierschutz e.V., Berlin
Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V., Wedemark
Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln e.V., Wedemark
Dr. Felix Aiwanger,
Wissenschaftlicher Referent, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg
Prof. Dr. iur. Charlotte E. Blattner,
LL.M. (Harvard), Associate Professor, Center for Public Law, Faculty of Law, Criminal Justice and Public Administration, University of Lausanne
Dr. LL.M. Gieri Bolliger,
Anwalt für Tierrecht, Geschäftsleiter Stiftung für das Tier im Recht, Zürich
Prof. Dr. Johannes Caspar,
Fachbereich Rechtswissenschaft, Universität Hamburg
Prof. Alasdair Cochrane,
Professor of Political Theory, University of Sheffield
PD Dr. Mara-Daria Cojocaru,
Philosophin mit Schwerpunkten in der Tierethik und -politik, Hochschule für Philosophie München
Michaela Dämmrich,
Landesbeauftragte für den Tierschutz des Landes Niedersachsen a. D.
Dr. Arianna Ferrari,
Wissenschaftlerin, Center for Innovation Systems and Policy, AIT (Austrian Institute of Technology), Wien, Österreich
Dr. Sc. agr. Edmund Haferbeck,
Agrarwissenschaftler
Dr. Johanna Hahn,
Rechtswissenschaftlerin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. iur. Vanessa Gerritsen,
Juristin für Tierrecht, Mitglied der Geschäftsleitung Stiftung für das Tier im Recht, Zürich
Dr. Philipp von Gall,
Thünen-Institut, Braunschweig
Nadine Hieß,
Rechtsanwältin und Fachanwältin für Verwaltungsrecht
Dr. Simone Horstmann,
Tierethikerin und Philosophin
Prof. Dr. Elisa Hoven,
Professorin für Strafrecht und Strafprozessrecht, Universität Leipzig
Prof. Andrew Knight,
Professor of Animal Welfare and Ethics
Prof. Dr. Kurt Kotrschal,
Professor für Verhaltens- und Kognitionsbiologie i. R., Universität Wien
Prof. Dr. Marcel Leist,
Professor für in vitro Toxikologie und Biomedizin, Universität Konstanz
Dr. Madeleine Martin,
Landestierschutzbeauftragte Hessen, Fachtierärztin für öffentliches Veterinärwesen
Prof. Dr. Peter Niesen,
Professor für Politikwissenschaft, Universität Hamburg
Prof. Anne Peters,
Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht
Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting,
Fachtierärztin für öffentliches Veterinärwesen, Landesbeauftragte
für den Tierschutz des Landes Niedersachsen
Dr. Claudia Preuß-Ueberschär,
Veterinärmedizinerin und Tierpathologin
Dr. Heidemarie Ratsch,
Fachtierärztin für Tierschutz und Tierschutzethik
Marietheres Reinke,
Tierärztin und Geschäftsführerin bei Expertise for Animals
Prof. Peter Singer,
AC, Ira W. DeCamp Professor of Bioethics (Emeritus), Princeton University; V.K. Rajah Professor in Medical Ethics, National University of Singapore
Prof. Dr. med. Horst Spielmann,
Professor für Regulatorische Toxikologie, Berlin
Dr. med. vet. Heidi Stümges
Dr. med. vet. Jochen Weins,
Leitender Veterinärdirektor i. R., Fachtierarzt für öffentliches Veterinärwesen, Fachtierarzt für Tierschutz
Prof. (apl.) Dr. Sibylle Wenzel,
Landesbeauftragte für den Tierschutz, Freie Hansestadt Bremen, Fachtierärztin für Tierschutz
Prof. Dr. med. vet. Rudolf Winkelmayer,
Dipl. ECVPH (i. R.)
Prof. Dr. Markus Wild,
Professur Theoretische Philosophie, Universität Basel
Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Wolf,
Seniorprofessorin für Philosophie, Universität Mannheim
Unsere drei Forderungen
Mit unserem Appell fordern wir die Europäische Kommission auf, den für das vierte Quartal 2026 geplanten Legislativvorschlag zur Überarbeitung der EU-Tierschutzvorschriften fristgerecht vorzulegen und so auszugestalten, dass er
- ein schrittweises Auslaufen der Käfighaltung vorsieht.
- ein Verbot des Tötens männlicher Küken beinhaltet.
- faire Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt sicherstellt, indem Wettbewerbsverzerrungen zulasten von Betrieben und Marktakteuren, die bereits in höhere Tierschutzstandards investieren, verringert und zugleich die Angleichung von Anforderungen für Importe in die EU sowie wirksame Kontrollen vorangebracht werden.
Fordere auch du die EU-Kommission zum Handeln auf – unterschreibe jetzt unseren Offenen Brief:
„Jeder Tag, an dem die EU-Kommission nicht handelt, bedeutet weiteres Leid für Millionen fühlende Lebewesen in Käfigen – ohne Möglichkeit, sich zu bewegen oder natürliches Verhalten auszuleben. Die Kommission weiß das und hat versprochen zu handeln. Aber der gesetzliche Vorschlag liegt bis heute nicht vor. Das Problem liegt nicht bei mangelnder Bereitschaft in der Gesellschaft oder Wirtschaft – es liegt bei einer Politik, die den Willen ihrer Bürger*innen ignoriert und ihre eigenen Versprechen nicht einhält.“
– Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland
Wissenschaft und Öffentlichkeit sind sich einig
Die Wissenschaft ist sich einig: Die von der EU-Kommission selbst beauftragte Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat in mehreren Gutachten (u. a. zu Schweinen, Legehennen, Enten, Gänsen, Wachteln) klar festgestellt: Käfighaltung ist mit erheblichem Tierleid verbunden und muss beendet werden. Zudem hat die EFSA auf die Tierschutzbedenken im Zusammenhang mit Kükentöten hingewiesen und die Entwicklung sowie den Einsatz von Alternativen empfohlen.
Die Bürger*innen haben entschieden: Die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ wurde 2019 von mehr als 1,4 Millionen Menschen unterstützt. 84 % der Europäer*innen fordern laut Eurobarometer 2023 besseren Schutz für landwirtschaftlich genutzte Tiere. In der öffentlichen Konsultation der Kommission (2025) sprachen sich von über 190.000 gültigen Antworten rund 99 % für ein Ende der Käfighaltung aus.
Jetzt muss die EU-Kommission liefern.
Einheitliche, verbesserte EU-Standards dringend notwendig
Deutschland hat aus Tierschutzgründen in einzelnen Bereichen strengere nationale Vorschriften erlassen. Viele Agrarbetriebe haben deshalb erheblich investiert und ihre Produktion umgestellt. Und auch große deutsche Lebensmittelhändler haben bereits öffentliche Selbstverpflichtungen zu höheren Standards übernommen.
Ohne übergreifende und verbindliche Verbesserungsmaßnahmen werden die Betriebe, die bereits stärker in den Tierschutz investiert haben, im europäischen Wettbewerb benachteiligt. Hinzu kommen Importe aus Drittstaaten, die ohne entsprechende Auflagen auf den EU-Markt gelangen und preislich diejenigen unterbieten, die bereits höhere Standards umsetzen.
Dies führt auch dazu, dass auf nationaler Ebene der Tierschutz nur langsam und inkonsequent voranschreitet. Nationale Alleingänge stoßen schnell an Grenzen, wenn sie nicht durch EU-weite Standards flankiert werden. Betriebe fürchten Wettbewerbsnachteile, Politik zögert mit strengeren Vorgaben. Das Ergebnis: Trotz einiger Verbesserungen leben auch in Deutschland noch immer Millionen Tiere unter tierschutzwidrigen Bedingungen.
Was fehlt, ist ein fairer, einheitlicher EU-Rechtsrahmen, der allen Betrieben Planungssicherheit gibt und gleichzeitig das Leid der Tiere endlich wirksam reduziert.
Was du jetzt für die Tiere tun kannst:
- Unterschreibe unseren Offenen Brief an die EU-Kommission, um unsere Forderung zu stärken. Jetzt unterzeichnen!
- Sei bei unseren nächsten Protestaktionen in Brüssel dabei, um den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. Mehr erfahren und anmelden!
- Entscheide dich konsequent für pflanzliche Lebensmittel und stelle dich damit gegen Tierausbeutung. Love Veg entdecken.

LEBE DEIN MITGEFÜHL
Einer der effektivsten Wege, um das Leben landwirtschaftlich genutzter Tiere nachhaltig zu verbessern, ist der Umstieg auf pflanzliche Alternativen. Besuche Love Veg und starte noch heute mit einer pflanzlichen Ernährungsweise.