Proteste gegen Käfige: Wir fordern ein Verbot von der EU-Kommission
Mit unseren Aktionen setzen wir uns regelmäßig in Brüssel und an anderen Orten für die Tiere ein und erhöhen den Druck auf die Europäische Kommission. Unter anderem haben wir vor dem Berlaymont-Gebäude, dem Hauptsitz der EU-Kommission, echte Kastenstände installiert – Käfige, in denen Millionen Mutterschweine in Deutschland und Europa noch immer eingesperrt werden. Dazu haben wir über Lautsprecher Schreie und Geräusche aus landwirtschaftlichen Betrieben abgespielt – so war das Leid der Tiere nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar.
Die Protestaktionen waren der Auftakt unserer neuen Kampagne, mit der wir eine Reform des EU-Tierschutzrechts fordern.
Die EU-Kommission muss endlich ihre Versprechen einlösen und handeln! Sie muss einen Vorschlag zur Überarbeitung des Tierschutzgesetzes vorlegen und dabei auch die Käfighaltung, sowie das Töten männlicher Küken konsequent verbieten.
Unsere Forderungen sind klar und nicht verhandelbar:
- Die EU-Kommission muss endlich einen Vorschlag zur Überarbeitung des Tierschutzgesetzes vorlegen.
- Der Vorschlag muss ein konsequentes Verbot von Käfigen beinhalten.
- Er muss das Töten männlicher Küken beenden.
- Er muss den Willen der Bürger*innen widerspiegeln und konsequente Maßnahmen umsetzen, die Tiere stärker schützen.
Unser Offener Brief an die EU-Kommission ist keine Bitte. Wir fordern, dass die gemachten Versprechen eingehalten werden.
Jede Unterschrift erhöht den Druck. Jede Unterschrift macht es für die Verantwortlichen schwieriger, wegzuschauen. Jede Unterschrift sagt: Dieses Tierleid unterstütze ich nicht!
EU: Ihr zögert, sie leiden!
Die Protestaktionen richteten sich gezielt an die politisch Verantwortlichen der EU-Kommission: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Gesundheits- und Tierschutzkommissar Olivér Várhelyi und Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen.
Die EU-Kommission hat in der Vergangenheit wiederholt versprochen, das EU-Tierschutzgesetz zu reformieren und Praktiken wie die Käfighaltung zu beenden. Doch sie haben ihre Versprechen bisher nicht gehalten und Fristen immer wieder verschoben.
Erst Mitte Mai 2026 erklärte der Kommissar für Tierschutz bei der Veranstaltung „Farmers of the Future“ im Europäischen Parlament: Europa könne und solle „sich von Käfigen verabschieden“. Doch nach seiner Aussage folgten eine Reihe von Bedingungen: Der Übergang müsse „für Landwirte realistisch“ und „für Unternehmen fair“ sein, auf einem „realistischen Zeitrahmen“ basieren sowie durch einige nicht näher bezeichnete Maßnahmen unterstützt werden. Várhelyi nannte wieder keine konsequenten Umsetzungs- oder Zeitpläne.
Währenddessen sind weiterhin mehr als 300 Millionen Tiere in der EU in Käfigen eingesperrt. Männliche Küken werden in vielen EU-Ländern noch immer systematisch getötet – direkt nach der Geburt, weil sie in der Eierindustrie als „nutzlos“ gelten.

„Schwerwiegende und anhaltende Managementversäumnisse“
Das Verhalten von Tierschutzkommissar Várhelyi wird jetzt sogar vom Europäischen Parlament selbst infrage gestellt. Das EU-Parlament sagte kürzlich über Várhelyis frühere Tätigkeit als Kommissar für Nachbarschaft und Erweiterung, dass er „ein Verhaltensmuster zeigt, das mit den von einem Mitglied der Kommission geforderten Standards der Rechenschaftspflicht, Zuverlässigkeit und ordnungsgemäßen Verwaltung unvereinbar ist“. Sie sprechen von „schwerwiegenden und anhaltenden Managementversäumnissen“.
Und auch zu Várhelyis aktueller Arbeit hagelt es Kritik. Anfang Mai 2026 konfrontierten Abgeordnete des Umweltausschusses (ENVI) des Europäischen Parlaments Kommissar Várhelyi mit seiner mangelnden Entschlossenheit. Unter anderem betonte der deutsche Abgeordnete Sebastian Everding (Die Linke im Europäischen Parlament): „Wir müssen leider feststellen, dass sich seit Beginn Ihrer Amtszeit nicht wirklich viel geändert hat. Wir erleben nach wie vor unermessliches Tierleid in der industriellen Tierhaltung. Hunderttausende Europäerinnen und Europäer sind schlicht enttäuscht von Ihnen als Tierschutzkommissar.“
All das zeigt ein eindeutiges Muster in Olivér Várhelyis Handeln: Verzögerung, Untätigkeit, fehlende Ergebnisse.
Direkt vor den Türen der Verantwortlichen
Die Aktivist*innen protestierten auch direkt vor der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) – der Behörde, die für die Ausarbeitung der EU-Tierschutzgesetzgebung verantwortlich ist. Vor dem Gebäude wurden Banner, Plakate und großformatige Bilder von Olivér Várhelyi gezeigt. Die Botschaft war unmissverständlich: Várhelyi muss seine politische Verantwortung als EU-Kommissar für Tierschutz ernst nehmen.

Aktion in Spanien, dem Land mit den meisten Tieren in Käfigen
„WILLKOMMEN IN SPANIEN, DEM EU-LAND MIT DEN MEISTEN TIEREN IN KÄFIGEN.“
Diese Botschaft haben wir dem EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, Olivér Várhelyi, Mitte April bei einem Besuch in Madrid vor dem Landwirtschaftsministerium übermittelt. Mit unserer Aktion haben wir die Missstände aufgezeigt und die Entscheidungsträger*innen zum Handeln aufgefordert.

Erfahre hier mehr zu unserer Kampagne und den Hintergründen.
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