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WHO und UN fordern ein Ende des Handels mit Wildtieren auf Lebendtiermärkten

April 16, 2021 Aktualisiert: 16. April 2021


Die Empfehlung folgt auf die Petition von Animal Equality aus dem Jahr 2020, in der die weltweite Schließung von Lebendtiermärkten gefordert wird.

In einer neu veröffentlichten Richtlinie haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gemeinsam dazu aufgerufen, den Verkauf von lebenden, wilden Säugetieren auf traditionellen Märkten – sogenannten wet markets (dt. “nasse Märkte”) – weltweit zu stoppen, da diese Verkäufe ein hohes Risiko für die Übertragung von Krankheiten auf den Menschen darstellen. Diese Empfehlung schließt an den Bericht der WHO an, dass COVID-19 ursprünglich höchstwahrscheinlich von einem Tier stammt. 

“Es wird davon ausgegangen, dass Tiere – insbesondere Wildtiere – die Quelle von mehr als 70 % aller neu auftretenden Infektionskrankheiten beim Menschen sind, von denen viele durch neuartige Viren verursacht werden“

heißt es in dem von den internationalen Organisationen herausgegebenen Leitfaden.

Der Leitfaden fordert auch vorübergehende Notfallmaßnahmen, “einschließlich der Schließung dieser Märkte oder der Teile der Märkte, auf denen lebend gefangene wilde Säugetierarten gehalten oder verkauft werden, um das Potenzial für die Übertragung von zoonotischen Krankheitserregern zu reduzieren.“

In dem Dokument wurde davor gewarnt, dass ein Risiko in der direkten Krankheitsübertragung – einschließlich SARS-CoV-2 – auf den Menschen durch den Kontakt mit Speichel, Blut, Urin, Schleim, Kot oder anderen Körperflüssigkeiten vor allem in den Bereichen besteht, in denen Tiere auf Märkten gehalten werden.

„Das Verbot des Verkaufs dieser Tiere kann die Gesundheit der Menschen schützen, sowohl derjenigen, die auf den Märkten arbeiten, als auch der Käufer*innen“, sagte Fadela Chaib, Sprecherin der WHO.

Neben der Aussetzung des Verkaufs dieser Tiere fordern die Organisationen verbesserte Hygiene- und Sanitärstandards auf diesen traditionellen Märkten, um sowohl die Krankheitsübertragung von Tieren auf Menschen als auch die Ansteckung zwischen Händler*innen und Kund*innen zu reduzieren. 

Diese Empfehlungen der WHO, der OIE und des UNEP decken sich mit einigen der Forderungen der Petition an die Vereinten Nationen, die 2020 von Animal Equality gestartet wurde und die mittlerweile bereits über eine halbe Million Unterschriften erhalten hat. Im Vorfeld der Petition veröffentlichten wir zwei Recherchen, welche die grausamen und unhygienischen Bedingungen auf Märkten in Indien, Vietnam und China zeigen und auf die Gefahren von Lebendtiermärkten aufmerksam machen.

Während diese geforderten Richtlinien zwar ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für die menschliche Gesundheit und Sicherheit sowie für die Beendigung des missbräuchlichen Handels mit Wildtieren sind, greifen sie jedoch insofern zu kurz, als dass sie keine Aufforderung zur Beendigung des Handels mit allen lebenden Tieren enthalten, die auf diesen Märkten eingesperrt und getötet werden. Wie das Auftreten der Schweinegrippe (H1N1) und der Vogelgrippe (H5N1) gezeigt hat, stellen die Bedingungen, unter denen gezüchtete Tiere aufgezogen und geschlachtet werden, auch auf Lebendtiermärkten eine erhebliche Gefahr dar. 

„Animal Equality begrüßt die Vorgaben von WHO, OIE und UNEP, den Verkauf von Wildtieren auf Lebensmittelmärkten auszusetzen. Dieser Fortschritt ist jedoch erst der Anfang. Um sicherzustellen, dass nicht wieder ein pandemisches Virus auftaucht, fordern wir, dass diese Organisationen auch ein Verbot des Verkaufs aller lebenden Tiere auf Lebendtiermärkten empfehlen. Solange das nicht geschieht, werden sowohl Tiere als auch Menschen weiterhin gefährdet sein.“

Sharon Núñez, Präsidentin von Animal Equality

Um mehr zu erfahren und aktiv zu werden, besuche unsere Petitionsseite.


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