Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
Neuigkeiten

OHNE WASSER: HÜHNER STERBEN QUALVOLL IN ÜBERFÜLLTEN BETRIEBEN DES BRITISCHEN FLEISCHPRODUZENTEN MOY PARK

August 20, 2020 Aktualisiert: Januar 31, 2022
totes Huhn im Betrieb von Moy Park

Undercover-Aufnahmen aus acht Moy Park-Betrieben dokumentieren das Leid von Hunderten Hühnern, die jeden Tag einen qualvollen Tod erleiden.

Animal Equality UK veröffentlicht Bildmaterial, welches extremes Tierleid in acht britischen Masthuhn-Zuchtbetrieben in Lincolnshire und Nottinghamshire dokumentiert. Alle diese Unternehmen werden von Moy Park, einem der größten Hühnerfleisch-Produzenten Großbritanniens, betrieben. Moy Park beliefert unter anderem die Fast-Food-Kette McDonald’s sowie Supermärkte wie Tesco und Ocado.

Das schockierende Videomaterial wurde von Aktivist*innen aufgenommen und von Animal veröffentlicht. Es zeigt:

  • Hühner, die grausam verdursten, weil Wassertränken routinemäßig auf Höhen gestellt werden, die für kleinere und schwächere Vögel nicht zu erreichen sind. 
  • Hunderte von Hühnern, die jeden Tag auf grausamste Weise sterben, indem  Arbeiter*innen ihnen mit den Händen das Genick brechen. 
  • Hühner, die durch das Sitzen und Liegen auf schmutzigen, mit Urin getränkten Böden schmerzhafte Verbrennungen an den Füßen und auf der Brust erleiden.
  • Hühner, die gezüchtet wurden, um schnell und möglichst groß zu wachsen und dadurch qualvolle Beinverformungen erleiden. Ihre Beine sind nicht in der Lage, das Gewicht ihres eigenen, übergroßen Körpers zu tragen.
  • Hühner, die in extrem überfüllten Ställen eingepfercht sind und sich kaum fortbewegen oder ihre Flügel ausstrecken können. 

Die Aufnahmen sind Ende 2019 entstanden. Das Videomaterial wurde Anfang 2020 an das britische Ministeriums für Umwelt, Ernährung und Angelegenheiten des ländlichen Raums, das britische landwirtschaftliche Qualitätssicherungssystem Red Tractor und die größte Tierschutzorganisation des Landes, RSPCA (Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals), weitergeleitet.

[Images]

ALLTÄGLICHE ZUSTÄNDE

Diese Szenen spiegeln eine Industrie wider, die Profit und wirtschaftliche Interessen über das Wohl und den Schutz der Tiere stellt. Sogenannte Masthühner wurden im Laufe der Zeit selektiv so gezüchtet, dass sie extrem groß werden und unglaublich schnell wachsen. Infolgedessen leiden viele von ihnen unter Herz- und Lungenschwäche und schmerzhaften Beinverformungen. Ihre Körper sind durch die Belastung ihres unnatürlich schweren Körpers stark überfordert. Hühner, die diese Torturen überleben, werden nach kaum mehr als einem Monat geschlachtet.

Während Restaurantketten wie McDonalds im Frühjahr ihre Türen schlossen, führte der Fleischproduzent Moy Park seine Geschäfte auch während der Corona-Pandemie wie gewohnt weiter. Obwohl im Mai ein Fabrikarbeiter auf tragische Weise an COVID-19 starb, erklärte das Unternehmen öffentlich, dass es nicht davon ausgehe, von der Pandemie “erheblich betroffen” zu sein. Laut den jüngsten Jahresabschlüssen des Unternehmens erzielte Moy Park im Jahr 2019 Einnahmen von umgerechnet über 1,6 Milliarden Euro.

NICHT ZUM ERSTEN MAL

Besorgniserregend ist, dass zwei der untersuchten Betriebe bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Fokus ernstzunehmender  Tierschutzbeschwerden standen.

Animal Equality hatte bereits im vergangenen Jahr Videomaterial veröffentlicht, das die schlechten Haltungsbedingungen in dem Betrieb Mount Farm und zwei weiteren Unternehmen von Moy Park dokumentierte. Die Recherche, die im Juni 2019 herausgegeben wurde, zeigte Hühner, die in riesigen Ställen zusammengepfercht waren. Sie waren gezwungen, zwischen den Kadavern ihrer toten Artgenossen zu leben und mussten offensichtlich Schmerzen durch Beindeformierungen und Atembeschwerden erleiden. Es ist eindeutig, dass weder Moy Park noch Red Tractor das vorgefundene Tierleid ernst genommen haben.

Im Juli 2019 wurde zudem festgestellt, dass Tausende von Hühnern in dem Betrieb Kettlethorpe Farm aufgrund einer Hitzewelle und mangelnder Belüftung gestorben waren.

FORDERN SIE MIT UNS FORTSCHRITTE FÜR HÜHNER

Es ist offensichtlich, dass sich McDonalds nicht um das Wohl der Hühner kümmert, die in den Betrieben ihrer bekannten Zulieferer enormem Leid ausgesetzt sind. Vielen dieser unschuldigen Tiere wurde selbst das Trinken von Wasser verweigert – ein absolutes Grundbedürfnis.
Unterzeichnen Sie die Petition von Animal Equality, in der McDonald’s aufgefordert wird, einige der grausamsten Praktiken aus seinen Lieferketten zu verbannen: McChickenCruelty.co.uk


Aktuellste Neuigkeiten
Februar 25, 2026

Zwei Tage lang haben zahlreiche Aktivist*innen von Animal Equality in Brüssel auf das Leid der Tiere aufmerksam gemacht und die EU-Kommission zum Handeln aufgefordert. Mit echten Kastenständen, einem zehn Meter großen Banner und Geräuschen aus der Tierindustrie war unsere Botschaft unmissverständlich: EU: Ihr zögert, sie leiden! Die EU-Kommission muss endlich ihr Versprechen einlösen und 2026 eine verbindliche Reform des Tierschutzgesetzes vorlegen – inklusive eines Verbots der Käfighaltung sowie des Kükentötens.
Februar 26, 2026

Verstorbene Ferkel, verletzte Mutterschweine und routinemäßig amputierte Schwänze: Unsere neue Undercover-Recherche deckt das systematische Leid in neun Zucht- und Mastbetrieben in der Region Aragón auf. Die Aufnahmen zeigen katastrophale Hygienezustände, extreme Vernachlässigung und nahezu keine Kontrollen durch die Behörden. Spanien ist der größte Produzent von Fleisch von Schweinen in der EU – über 53 Millionen Schweine wurden dort allein 2024 geschlachtet.
Januar 29, 2026

Über mehrere Monate haben verdeckte Ermittler*innen von Animal Equality dokumentiert, was hinter den verschlossenen Türen eines Pferde-Schlachthofs in Norditalien geschieht. Was sie dort vorfanden, ist erschütternd: Misshandlungen, illegale Praktiken und Pferde, die bei Bewusstsein getötet wurden.