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September 13, 2024

Starker Widerstand gegen ALDI Süd in den USA

ALDI in den USA: Wenig Tierschutz, dafür viel Doppelmoral

Die Stimmen gegen ALDI Süds Haltungspraktiken in den USA werden lauter. Obwohl der deutsche Discounter-Riese mit starken Protesten durch die internationale Tierschutzorganisation Animal Equality konfrontiert ist, entzieht sich das Unternehmen seiner Verantwortung. Denn während ALDIs US-Konkurrenz wie Costco die Käfighaltung von Hühnern und Schweinen nicht mehr unterstützt, hält ALDI in den USA weiterhin an diesen tierquälerischen Haltungsformen fest, die in Deutschland sogar verboten sind.

Berlin/USA, 13.09.2024

Während sich ALDI Süd in Deutschland als Vorreiter für Tierwohl präsentiert, hinkt das Unternehmen in den USA bezüglich Tierschutz massiv hinter seiner Konkurrenz her. In den Zulieferbetrieben der US-Filialen werden Hühner fast ihr ganzes Leben in sogenannten Legebatterien und Schweine rund acht Monate im Jahr in engen Kastenständen gehalten. Haltungspraktiken, wie sie in dieser Form in Deutschland sogar verboten sind und auch von großen US-Supermarktketten wie Costco bereits nicht mehr unterstützt werden. Trotzdem versucht sich ALDI Süd gegenüber dem Nachrichtenportal Utopia in einem Bericht über die Proteste von der Tierschutzorganisation Animal Equality seiner Verantwortung zu entziehen: „Die Marktbedingungen in den USA sind anders als in Deutschland und Entscheidungen treffen die Länder daher eigenständig.“

„ALDI Süd beweist damit erneut die Doppelmoral bezüglich Tierwohl“, kritisiert Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland. „Die US-Konkurrenz von ALDI Süd zeigt, dass auch in den USA bessere Tierschutzstandards umsetzbar sind. Das deutsche Unternehmen muss endlich Verantwortung für seinen globalen Markt übernehmen.“

Die internationale Tierschutzorganisation Animal Equality fordert das deutsche Unternehmen bereits seit Monaten auf, endlich zu handeln und die Käfighaltung in den US-Lieferketten zu beenden. Nachdem erste Gespräche mit ALDI Süd ohne Handlungsinitiative seitens des Unternehmens geendet waren, hat Animal Equality die Kampagne „ALDI: Eine Frage der Haltung“ gestartet. Mehr als 15.000 Menschen haben die dazugehörige Petition bereits unterzeichnet. „Mit unserer Kampagne machen wir das Leid der Tiere und die Doppelmoral von ALDI Süd sichtbar“, erklärt Raith. Mit zahlreichen und kreativen Aktionen macht die Tierschutzorganisation in Deutschland auf die tierquälerischen Haltungsbedingungen in den USA und die Doppelmoral des Discounters aufmerksam. Dazu gehören unter anderem große Proteste vor dem Brandenburger Tor in Berlin, bei der Grünen Woche und vor ALDI-Filialen in ganz Deutschland. Außerdem sind die Tierschützer*innen mit einem gläsernen Truck durch Deutschland gereist, um Kund*innen und Mitarbeitende des Unternehmens aufzuklären. Dieser Kleinlaster fungiert als ein Schaufenster auf Rädern. Darin ist ein echter Kastenstand zu sehen, wie er in den US-Lieferketten von ALDI Süd für trächtige Schweine verwendet wird.

Nun spitzt sich der Widerstand gegen ALDI Süds inakzeptable Tierschutzstandards auch in den USA zu. Mit einer großen Anzeige in der Zeitung „Chicago Sun Times“ sowie mit Protesten während Neueröffnungen von ALDI-Filialen in Los Angeles, New York und Chicago machte Animal Equality in den vergangenen Wochen auf das Leid von Hühnern und Schweinen in den US-Lieferketten des Discounters aufmerksam.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese Haltungsformen bei Hühnern und Schweinen starkes physisches und psychisches Leiden verursachen. Schweine werden in 0,6 Meter × 2 Meter kleinen Kastenständen gehalten, in denen sie sich kaum bewegen und nicht einmal umdrehen können. „Man tritt die Interessen der Tiere und ihre Würde mit Füßen. Diese Tierhaltung kann durch nichts gerechtfertigt werden […]“, sagt die Veterinärmedizinerin Dr. Claudia Preuß-Ueberschär. Rund acht Monate pro Jahr müssen die Schweine in den Zulieferbetrieben von ALDI Süds US-Filialen in diesen Käfigen verharren. Die Folgen sind unter anderem Verhaltensauffälligkeiten, Lahmheiten aufgrund schwacher Knochen und Muskeln, Verletzungen und Herz-Kreislauf-Probleme. Hühner müssen in der US-Lieferkette des Unternehmens fast ihr ganzes Leben in sogenannten Legebatterien verbringen. Jedes Tier hat im Durchschnitt weniger Platz als ein A4-Papier. Sie können weder ihre Flügel ausbreiten noch ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben. Häufig verfangen sich ihre Beine, Flügel oder Köpfe in den Gitterstäben, was unter anderem zu Knochenbrüchen und Missbildungen führt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unseren Pressevertreter Till Hartmann. Besuchen Sie gerne auch unsere Kampagnenseite animalequality.de/aldi.

Fotos und weitere Informationen:

Pressekit

Flickr-Album zu den US-Protesten

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Über ALDI Süd

ALDI wurde 1913 von Karl Albrecht in Deutschland gegründet und gehört heute zu den 10 größten Handelsunternehmen weltweit. Seine beiden Söhne führten das Unternehmen ab 1945 weiter. Im Jahr 1961 beschlossen die Albrecht-Brüder, getrennte Wege zu gehen und das Unternehmen in ALDI Nord und ALDI Süd aufzuteilen. ALDI Süd ist in vielen Ländern auf mehreren Kontinenten vertreten. Allein in den USA zählt der Discounter 2150 Filialen.

Über Animal Equality

Animal Equality wurde 2006 von Sharon Núñez, Javier Moreno und Jose Valle in Spanien gegründet und ist heute eine der weltweit effektivsten Tierschutzorganisationen. Gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Unternehmen arbeiten wir in acht Ländern auf vier Kontinenten für eine Welt, in der alle Tiere respektiert und vor Ausbeutung geschützt werden. Zudem unterstützt Animal Equality mit der Plattform Love Veg zahlreiche Menschen bei ihrer Ernährungsumstellung und bietet unter anderem kostenlose pflanzliche Kochbücher an. Animal Equality setzt sich durch Aufklärungsarbeit, Unternehmenskampagnen und der Veröffentlichung von Undercover-Recherchen dafür ein, die Grausamkeit gegenüber landwirtschaftlich genutzten Tieren zu beenden. Ebenso strebt Animal Equality Fortschritte für Tiere auf rechtlicher Ebene an.

Pressekontakt Animal Equality

Till Hartmann
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+49 (0)176 30040892