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September 28, 2024

Protest: Aktueller Entwurf des Tierschutzgesetzes lässt den Großteil der Tiere im Stich

Tierschutzaktivist*innen protestieren in Berlin für ein „starkes Tierschutzgesetz jetzt!“

Es ist die größte Reformierung des Tierschutzgesetzes in Deutschland seit 10 Jahren. Doch für den Großteil der Tiere verspricht der neue Gesetzesentwurf kaum Verbesserungen. Es fehlen wichtige Maßnahmen, die die aktuell rund 750 Millionen sogenannten Nutztiere in Deutschland wirklich schützen. Mit einem großen Protest haben die Tierschutzorganisationen Animal Equality und Vier Pfoten vor dem Bundestag in Berlin stärkere Gesetze für landwirtschaftlich genutzte Tiere gefordert.

Berlin, 28.09.2024

Die Novellierung des Tierschutzgesetzes ist in vollem Gange und die erste Lesung im Bundestag hat am 26. September stattgefunden. Sie könnte ein Meilenstein zum besseren Schutz der Tiere sein, doch der Gesetzesentwurf beinhaltet aktuell nur wenige echte Verbesserungen. Zu lange Übergangsfristen und ungenaue Definitionen, die viel Interpretationsspielraum zulassen, kritisiert Animal Equality. Die internationale Tierschutzorganisation begrüßt die Bestrebungen der Bundesregierung, beispielsweise Qualzuchten und den Online-Handel mit Haustieren zu beschränken. Doch konsequente und notwendige Verbesserungen für landwirtschaftlich genutzte Tiere fehlen größtenteils in dem Gesetzesentwurf.

So forderte Animal Equality bereits in zwei Stellungnahmen an die Bundesregierung unter anderem ein Verbot von Lebendtiertransporten in Drittländer, eine grundsätzliche Abschaffung der Anbindehaltung von Rindern und ein konsequentes Verbot von Amputationen sowie das Ende von Pferdeschlachtungen. 

„In Deutschland leben aktuell rund 22-mal mehr Tiere in der landwirtschaftlichen Haltung, als es Haustiere gibt, trotzdem werden sie bei der Novellierung des Tierschutzgesetzes kaum berücksichtigt“, kritisiert Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality in Deutschland. „Damit schließt die Reformierung des Tierschutzgesetzes den Großteil der in Deutschland gehaltenen Tiere aus.“ 

Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat Animal Equality unter dem Motto „starkes Tierschutzgesetz jetzt!“ für einen besseren Schutz der Tiere in der Landwirtschaft protestiert. Am Samstag, 28. September 2024, machten die Tierschutzaktivist*innen mit Plakaten und lautstarken Protestrufen auf die Forderungen für landwirtschaftlich genutzte Tiere vor dem Bundestag in Berlin aufmerksam.

„Wir begrüßen die Pläne des Ministeriums, das Tierschutzgesetz zu überarbeiten. Der aktuelle Entwurf lässt jedoch weiterhin nicht mehr zeitgemäße Praktiken zu und muss dringend nachgebessert werden, wenn Deutschland in Sachen Tierschutz in der EU nicht abgehängt werden will“, unterstreicht Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland.

Zum Hintergrund: Die Bundesregierung hat den im Koalitionsvertrag verabredeten Gesetzesentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes vorgelegt. Noch im Herbst 2024 soll der Gesetzesentwurf verabschiedet werden. Die erste Lesung im Bundestag fand am 26. September 2024 statt. Der Zeitplan für den Ausschuss und die zweite Lesung ist dann abhängig von den Fortschritten bei den parlamentarischen Verhandlungen. 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Vanessa Raith.

Fotos und weitere Informationen:

Pressekit

Stellungnahme Tierschutzgesetznovellierung Stand: Einspruchsgesetz 

Flickr-Album zum Protest

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Über Animal Equality

Animal Equality wurde 2006 von Sharon Núñez, Javier Moreno und Jose Valle in Spanien gegründet und ist heute eine der weltweit effektivsten Tierschutzorganisationen. Gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Unternehmen arbeiten wir in acht Ländern auf vier Kontinenten für eine Welt, in der alle Tiere respektiert und vor Ausbeutung geschützt werden. Zudem unterstützt Animal Equality mit der Plattform Love Veg zahlreiche Menschen bei ihrer Ernährungsumstellung und bietet unter anderem kostenlose pflanzliche Kochbücher an. Animal Equality setzt sich durch Aufklärungsarbeit, Unternehmenskampagnen und die Veröffentlichung von Undercover-Recherchen dafür ein, die Grausamkeit gegenüber landwirtschaftlich genutzten Tieren zu beenden. Ebenso strebt Animal Equality Fortschritte für Tiere auf rechtlicher Ebene an.

Pressekontakt Animal Equality

Vanessa Raith
[email protected] 
+49 (0)176 30040894