Spenden-Verdopplungsaktion: Deine Spende für die Tiere wird verdoppelt! Jetzt spenden
Neuigkeiten

Recherche aus Argentinien zeigt das Leid von Hühnern in Käfigen

Während sogenannte Legebatterien in Deutschland heutzutage aus Tierschutzgründen verboten sind, sind diese Käfige noch immer die grausame Realität von Millionen Hühnern in Argentinien – und ihre Eier landen oftmals in verarbeiteten Produkten auf Tellern in verschiedensten Teilen der Welt. Das Leid der Tiere zeigen unsere Aufnahmen aus vier Betrieben in der Provinz Buenos Aires.
Mai 15, 2026
Hühner in Käfighaltung
Hühner in Käfighaltung

Unsere erste Recherche aus der Eierindustrie in Argentinien dokumentiert ein System der Ausbeutung, das fühlende Lebewesen auf bloße Produktionseinheiten reduziert. Die Aufnahmen, die zwischen 2024 und 2025 in vier Betrieben in der Provinz Buenos Aires entstanden sind, zeigen eindeutige Verstöße gegen die geltenden Tierschutzbestimmungen des argentinischen Agrarministeriums SENASA – wir haben eine formale Beschwerde eingereicht.

Was unsere Ermittler*innen dokumentiert haben

  • Bis zu sechs Vögel in einem einzigen Käfig – so eng zusammengepfercht, dass es ihnen unmöglich ist, zu laufen oder ihre Flügel auszubreiten. Das verursacht extremen Stress für die Tiere.
  • Drahtböden ohne Einstreu.
  • Kranke und verletzte Tiere mit starkem Federverlust sowie blutenden und kranken Legeorganen.
  • Körper toter Tiere, die nicht entfernt wurden und zwischen den lebenden Hühnern verwesen.
  • Große Ansammlungen von Fäkalien, umgeben von Fliegenschwärmen.
  • Klare Verstöße gegen argentinische Tierschutzbestimmungen.

Die dokumentierten Zustände stehen im direkten Widerspruch zu den Vorgaben des Tierschutzhandbuchs von SENASA, der nationalen Behörde für Agrargesundheit und -qualität. Das Handbuch schreibt vor: „Unabhängig von der Art des Käfigs müssen die Vögel sich immer ohne Schwierigkeiten bewegen können, wobei die Einhaltung der Mindesttierdichte und die Möglichkeit zum Scharren und Flügelschlagen als Teil ihres natürlichen Verhaltens sicherzustellen sind.“

Hühner in Käfighaltung

Weitere SENASA-Vorgaben, die in den untersuchten Betrieben nicht eingehalten wurden:

  • Qualitativ hochwertige Liegeflächen: Die Drahtböden erfüllen diese Anforderung nicht.
  • Sofortige Entfernung verletzter oder toter Tiere: Die verwesenden Körper zeigen, dass dies systematisch missachtet wird.
  • Hygiene von Tränken und Fütterungseinrichtungen: Die Ansammlungen von Fäkalien sprechen eine andere Sprache.
  • Zugang zu allen Ressourcen für alle Tiere: Die extreme Enge macht dies unmöglich.

Animal Equality hat eine formale Beschwerde bei SENASA eingereicht.

Eine Industrie, die auf Kosten fühlender Lebewesen wächst

Anfang 2026 gab die Eierindustrie bekannt, dass Argentinien zum weltgrößten Pro-Kopf-Verbraucher von Eiern geworden ist. Die Anzahl der in dieser Industrie ausgebeuteten Vögel überstieg 62 Millionen – allein in der Provinz Buenos Aires leben 25,1 Millionen von ihnen in solchen Anlagen.

Die von uns untersuchten Betriebe zeigen die erschreckende Dimension: Einer der Betriebe hält mehr als 420.000 Vögel unter diesen Bedingungen. Während Argentiniens Eierindustrie weiter expandiert, zahlen Millionen fühlender Lebewesen den Preis mit immensem Leid.

verletztes Huhn in Eierindustrie

Durch Exporte landen Käfigeier aus Argentinien auch in Deutschland und der EU

Deutschland selbst hat die Käfighaltung von Hühnern in der Eierindustrie weitestgehend beendet, doch durch Importe landen Eier aus diesen Haltungsformen massenweise in deutschen Supermärkten und Restaurants. Argentinien ist einer der größten Exporteure von Trocken- und Flüssig-Ei, welches anschließend in verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Backwaren, Mayonnaise, Fertiggerichten und weiteren Produkten verwendet wird und so den Weg auf die Teller in Deutschland findet. Eine Kennzeichnungspflicht für die Verwendung von Käfigeiern in verarbeiteten Lebensmitteln gibt es nicht.

EU-weit leben noch rund 40 Prozent aller Hühner in der Eierindustrie in Käfigsystemen. Und auch hier kommen Importe hinzu. So wurden beispielsweise 2024 mehrere zehntausend Kilo verarbeitete Bestandteile aus Eiern allein aus Argentinien importiert.

Setze dich gegen Käfige in der EU ein

Nicht nur Hühner leiden in Käfigen, auch andere Vögel oder Kaninchen. Ebenso werden viele Mutterschweine in Deutschland und der EU mehrere Monate im Jahr in engen Kastenständen gehalten, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Insgesamt leiden jedes Jahr in der EU rund 300 Millionen Tiere in Käfigen. Das wollen wir ändern! Mit unserer aktuellen Kampagne fordern wir von der EU-Kommission, dass sie endlich ihr Versprechen hält und die Käfighaltung endgültig verbietet. Setz auch du dich gegen Käfige ein: Unterschreibe und teile jetzt unseren Offenen Brief.


Unterstütze das grausame System der Tierindustrie nicht, entscheide dich für pflanzliche Alternativen. Auf Love Veg findest du zahlreiche tierfreundliche Rezepte und kostenfreie Kochbücher. In unserem Backbuch erfährst du beispielsweise, wie du Kuchen, Waffeln oder Kekse ganz ohne Eier oder andere tierische Inhaltsstoffe zubereitest.

Wähle MiTGEFÜHL

Hühner sind neugierige Tiere, die enge Bindungen zu anderen Tieren aufbauen und sich nachweislich in andere Hühner einfühlen können. Schütze diese sensiblen und sozialen Tiere, indem du dich für pflanzliche Alternativen entscheidest.


Aktuellste Neuigkeiten
26. Juni 2026

Es ist dringend: Die EU-Kommission veröffentlicht Anfang Juli die „Strategie für Nutztierhaltung“ (Livestock Strategy). Sie wird die Richtung vorgeben, ob der für das vierte Quartal 2026 geplante Legislativvorschlag zum Tierschutz verbindliche Maßnahmen wie ein Käfigverbot enthält. Deswegen sind wir auch im Juni in Brüssel auf die Straße gegangen, um unsere Forderungen für die Tiere unübersehbar zu machen – noch lauter, noch stärker und mit noch mehr Menschen denn je.
18. Juni 2026

Die EU-Kommission hatte vor Jahren versprochen, das EU-Tierschutzrecht zu reformieren und den Ausstieg aus der Käfighaltung anzugehen. Doch der zentrale Legislativvorschlag zum Schutz von landwirtschaftlich genutzten Tieren liegt bis heute nicht vor. Währenddessen leiden weiterhin rund 300 Millionen fühlende Lebewesen in der EU in Käfigen. Jetzt haben wir gemeinsam mit 14 Organisationen und 33 Expert*innen, wie dem weltweit bekannten Tierethiker Prof. Peter Singer, einen Appell an die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gerichtet. Und auch du kannst dich jetzt gegen Käfige starkmachen.
16. Juni 2026

Erstmals haben wir Aufnahmen von der Tötung von Hirschen in einem Schlachthof veröffentlicht. Die über 200 Tiere wurden zuvor in einem spanischen Naturschutzgebiet gefangen. Zu sehen sind Hirsche, die kopfüber an ihren Beinen aufgehängt werden und noch ihren Kopf bewegen, während ihnen die Kehle aufgeschnitten wird und das Blut herausströmt. Wir haben Anzeige gegen den Schlachtbetrieb wegen massiver Tierschutzverstöße erstattet. Die Behörden haben Korrekturmaßnahmen angeordnet und ein Sanktionsverfahren eingeleitet.