“SCHLACHTUNG MIT ACHTUNG”: IST DAS MÖGLICH?

Die „Interessengemeinschaft Schlachtung mit Achtung” erhielt 2019 den Tierschutzpreis für ihre “Mobile Schlachteinheit”. Damit sollen Rinder hofnah geschlachtet werden. Auch wenn die Tiere insgesamt weniger Stress als bei einem Tod im Schlachthof haben, müssen wir uns dennoch die Frage stellen: Können wir ein Tier mit “Achtung” schlachten, wenn dessen Tod vollkommen unnötig ist? Schließlich braucht der menschliche Körper keineswegs tierische Produkte, um gesund zu bleiben, wie die weltweit größte Ernährungsgesellschaft bestätigt. Auch gibt es heutzutage solch eine riesige Vielfalt an leckeren und gesunden pflanzlichen Produkten, dass auch der Geschmack nicht als Rechtfertigung für das Schlachten eines fühlenden Lebewesens dienen kann. 

TIERSCHUTZPREIS FÜRS SCHLACHTEN

Die Schlacht-Einheit besteht aus einem Anhänger mit einer ausfahrbaren Plattform, in welcher ein Fressgitter integriert ist. Laut der Interessengemeinschaft soll Essen die Rinder in das Gitter locken, wo sie durch den Fangmechanismus fixiert werden. Spätestens hier wird es für sie jedoch höchst unangenehm, da die Tiere bei plötzlich eingeschränkter Bewegungsfreiheit panisch reagieren und flüchten möchten. Auch der Bolzenschuss in den Kopf ist keine angenehme Methode: Ob man das Tier im großen Schlachthof, beim “Schlachter des Vertrauens” oder auf der Weide erschießt – Fehlbetäubungen sind keine Seltenheit. Der Bolzen wird mit Gewalt in eine geschlossene Schädeldecke geschossen und zerstört Teile des Gehirns. Außerdem soll Überdruck erzeugt werden. Wenn der erste Schuss fehlerhaft war, wird der zweite und dritte umso schwieriger sein, da der Druck durch das erste Loch wieder entweichen kann. Unzählige Tiere schneidet man am Ende doch lebendig auf.

HUMAN TÖTEN?

Die hofnahe Schlachtung in der mobilen Schlachteinheit ist also nicht so stressfrei, wie es die Interessengemeinschaft verspricht. Eine sanfte Schlachtung gibt es nicht, und von Tierschutz kann auch keine Rede sein. Tiere schützen wir nicht, indem wir sie töten. Die “humane Schlachtung” existiert nur in den Köpfen der Konsument*innen, sie beruhigt das Gewissen und dient als leere Rechtfertigung für den Konsum tierischer Produkte. 

WIE WIR DEN TIEREN WIRKLICH MIT ACHTUNG BEGEGNEN

Zudem stammt 98 Prozent des Fleisches weiterhin aus Massentierhaltung. Viele Menschen vergessen, dass tierische Produkte in Restaurants, Mensen usw. immer aus den konventionellen Betrieben stammen, da diese nunmal am billigsten sind. Tierleidfrei, lecker und gesund ist hingegen eine rein pflanzliche Ernährung. Schauen Sie gerne einmal auf LoveVeg vorbei und lassen Sie sich inspirieren. Dort finden Sie nicht nur leckere Rezepte, sondern auch hilfreiche Tipps zu einer veganen Ernährung sowie weitere Informationen zu der Situation der Tiere.

Quellen:
die grüne (15.04.2020): “Tierkörper in den Schlachthof bringen”
IG Schlachtung mit Achtung: “Die mobile Schlachteinheit”
Salz & Pfeffer Magazin (11.04.2020): “Schlachtung mit Achtung”Top Agrar Online (08.11.2019): “Mobile Schlachteinheit bekommt Tierschutzpreis”