SCHLACHTHOF-KONTROLLEN: SCHOCKIERENDE ERGEBNISSE

Von November 2018 bis März 2020 kontrollierten die Behörden 62 Schlachthöfe in Niedersachsen. Unglaubliche 58 davon erklärten sie für “auffällig”, vor allem im Bezug auf tierschutzrechtliche Vorgaben. Die Kontrollen fanden erst statt, nachdem Tierrechtsaktivist*innen heimlich gedrehte Videos veröffentlicht hatten.

FAST JEDER SCHLACHTHOF MANGELHAFT

Die Kontrolleur*innen bemängelten in 49 der 60 Schlachthöfe die Hygiene, in zehn Betrieben sprachen sie sogar von “schwerwiegenden Mängeln”. Besonders schlimm ist auch die Betäubung und Schlachtung der Tiere: Etwa neun Prozent aller geschlachteten Tiere werden nicht richtig betäubt und erleben den ersten Teil ihrer Schlachtung bewusst mit. In Deutschland sind das ca. 70 Millionen Vögel, sechs Millionen Schweine, 350.000 Rinder und 100.000 Schafe im Jahr. Sie erleiden große Schmerzen: Zum Beispiel werden sie bei vollem Bewusstsein in kochendes Wasser geworfen, mehrmals von einem Bolzenschuss getroffen oder sie leiden Erstickungsängste bei einer zu langsamen Betäubung mit Gas und bekommen den Hals noch im Wachzustand aufgeschnitten. Grund hierfür ist ihre panische Angst. Sie riechen und sehen die Schlachtung ihrer Artgenossen und versuchen zu fliehen

DEUTSCHE STÄLLE IM SCHNITT ALLE 17 JAHRE ÜBERPRÜFT

Auch in deutschen Ställen sieht es nicht besser aus: Die Veterinärämter kontrollieren die Ställe im Schnitt nur alle 17 Jahre – in Bayern sogar nur alle 48 Jahre, obwohl es dort die meisten tierhaltenden Betriebe gibt. Tatsächlich melden sich die Kontrolleur*innen in vielen Fällen sogar vorher an, trotzdem stellten sie allein im Jahr 2017 in jedem fünften Betrieb Verstöße fest. Bei unangemeldeten Kontrollen wäre mit weit mehr Problemen zu rechnen. Oftmals fordern die Kontrolleur*innen die Verantwortlichen scheinbar nur dazu auf, die Probleme zu beseitigen, eine rechtliche Verfolgung bleibt in vielen Fällen aus. 

KONTROLLE WÄRE GUT, VEGAN ESSEN NOCH BESSER

Wir müssen uns der Realität stellen, dass Deutschlands Tierhaltung nicht weniger tierquälerisch ist als die in anderen Ländern. Interessant ist, dass bei den Kontrollen insbesondere kleine und mittlere Betriebe negativ aufgefallen sind, von denen Verbraucher*innen im Allgemeinen eine viel positivere Meinung haben. Eine traurige Wahrheit ist zudem, dass Kontrollen oftmals erst nach Aufforderungen von Tierrechtsaktivist*innen durchgeführt werden. Warten Sie nicht auf bessere Kontrollen, sondern handeln Sie sofort. Am ehesten ist den Tieren geholfen, wenn Sie tierische Produkte nicht länger mitfinanzieren. Kaufen Sie stattdessen pflanzliche Lebensmittel und schützen Sie so nicht nur die Tiere, sondern auch Ihre eigene Gesundheit. Eine vegane Ernährung kann unglaublich vielfältig und lecker sein! 

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Quellen:
Albert Schweitzer Stiftung (10.08.2018): “Ställe werden zu selten kontrolliert”
Bayerische Staatszeitung (08.01.2016): “Fehlbetäubungen lassen sich nie gänzlich ausschließen”
Braunschweiger Zeitung (04.05.2020): “Schlachthof-Kontrollen: Mängel bei Tierschutz und Hygiene”
Presseportal (04.05.2020): “Schlachthof-Kontrollen in Niedersachsen: Viele Mängel bei Tierschutz und Hygiene entdeckt”