So ist es, als Huhn in der Fleischindustrie leben zu müssen
Die Hühnermast ist ein grausames System, das auf maximale Schnelligkeit, Wachstum und Profit ausgelegt ist und mit einem gewaltvollen Tod für die Tiere endet.
Wie fühlt es sich an, als „Masthuhn“ geboren zu werden, ohne die Möglichkeit, der leidvollen Industrie zu entkommen?
Der einzige Grund, weshalb die Industrie dich „produziert“ hat: Du sollst so schnell wie möglich so schwer wie möglich werden – und wirst dann getötet.
Du kommst in einem Hühnerschlupfbetrieb mit tausenden anderen Küken zur Welt. Um dich herum piepsen sie verzweifelt. Und auch du suchst nach Nähe und Wärme. Aber da ist keine Mutter, in deren Gefieder du dich kuscheln kannst – und du wirst sie auch niemals kennenlernen.
Noch am ersten Tag deines Lebens wirst du über Förderbänder geschleudert und in eine Kiste gepackt. Dann beginnt die oftmals stundenlange Fahrt zum Mastbetrieb – eingepfercht mit Dutzenden anderen Küken, ohne Wasser, ohne Nahrung.

Du kommst in einer riesigen Halle an. Hier wirst du die nächsten rund 5 Wochen verbringen – die einzigen Wochen deines Lebens.
Um dich herum Tausende andere Küken. Du teilst dir einen Quadratmeter mit bis zu 23 anderen Tieren. Jetzt seid ihr noch klein, doch das wird sich schnell ändern.
Du wächst. Unnatürlich schnell. Das Futter steht dir Tag und Nacht zur Verfügung – hochkalorisch, proteinreich, entwickelt für maximales Wachstum in kürzester Zeit.
Du hast keinen Platz, um dich natürlich zu bewegen, es gibt nichts zum Erkunden. Keinerlei Möglichkeiten, deine natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Es ist trist und laut. Da ist nur diese Enge.
Die Luft ist stickig. Der Ammoniakgeruch von den Ausscheidungen Tausender Tiere brennt in deinen Augen, in deinen Lungen. Du bekommst Atemwegserkrankungen. Jeder Atemzug tut weh.
Dein Körper wurde durch jahrzehntelange Züchtung so manipuliert, dass du in wenigen Wochen das Gewicht erreichst, für das ein Huhn unter natürlichen Bedingungen Monate bräuchte.

Deine Brustmuskeln wachsen so schnell und werden so schwer, dass deine Knochen dein Gewicht nicht mehr tragen können. Deine Beine verformen sich. Dein Herz ist zu klein für deinen massiven Körper, es hat Probleme, deine Organe mit ausreichend Blut zu versorgen. Du hast Schmerzen beim Gehen und deine Gelenke sind entzündet.
Um dich herum sind Hühner, die gar nicht mehr aufstehen können. Sie liegen in ihrem eigenen Kot und leiden unter extremen Schmerzen. Sie verdursten und verhungern.
Andere Hühner werden aufgrund der Enge von ihren Artgenossen versehentlich totgetrampelt und erdrückt – ihre Körper verwesen zwischen dir und den tausenden anderen Tieren. Auch du hast keine Chance, den anderen Hühnern auszuweichen.
Dann ist es soweit. Menschen kommen und packen dich. An deinen Beinen, kopfüber, werden du und deine Artgenossen gegriffen und in enge Transportkisten geworfen. Deine ohnehin schon schmerzenden Beine brechen unter der groben Behandlung. Du hast Schmerzen und Todesangst.
Zusammengepfercht, ohne Wasser, ohne Futter, geht es zum Schlachthof. Die Fahrt kann Stunden dauern. Manche Hühner sterben bereits im Transporter – vor Stress, vor Erschöpfung, erdrückt von anderen Tieren.

Im Schlachthof riechst du Blut. Du hörst die Schreie anderer Hühner. Dann bist du selbst an der Reihe. Unter grausamen Bedingungen wirst du betäubt und getötet. Du bist gerade einmal 35 bis 42 Tage alt geworden.
Es ist unvorstellbar, was Hühner in der Fleischindustrie erleiden müssen.
Die Wahrheit hinter „Hähnchenfleisch“
Wie grausam das kurze Leben von sogenannten Masthühnern ist, haben wir schon mehrfach bei Undercover-Recherchen aufgedeckt, beispielsweise in einem (jetzt ehemaligen) Zuliefererbetrieb der großen Marke Wiesenhof. Hier erfährst du mehr über unsere Aufdeckungen und kannst unsere Petition für strengere Tierschutzvorgaben, -kontrollen und -strafen unterzeichnen:
Jetzt für Hühner unterschreiben
In Deutschland wird mehr Fleisch von Hühnern konsumiert als produziert – und die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Unterstütze dieses grausame System nicht: Entscheide dich konsequent für pflanzliche Lebensmittel.
In den meisten Supermärkten findest du mittlerweile eine Vielfalt tierfreundlicher Alternativen, die hervorragende Proteinquellen sind – probiere sie aus. Oder koche unsere zahlreichen pflanzlichen Rezepte von Love Veg nach, wie unsere knusprigen Tofu-Nuggets.
Erfahre mehr:
Auf unseren Kanälen findest du viele weitere Informationen über Hühner und wie sie von der Fleischindustrie ausgebeutet werden. Hier eine Auswahl unserer Beiträge:
42 Tage bis zum Tod – Das Leben eines Masthuhns
Hühner: 4 beeindruckende Fähigkeiten
Wachstumsexplosion bei Hühnern
Federpicken & Kannibalismus: Depressive Hühner in Massentierhaltung
Erfahre auch, wie es anderen Tiere in der Industrie ergeht:
So ist es, als Huhn in der Eierindustrie zu leben
So ist es, als Mutterschwein in der Zucht zu leben
Die Schilderungen in diesem Blogartikel sind ein Beispiel für verschiedene Schicksale von Masthühnern. Die beschriebenen Haltungsbedingungen und Zustände spiegeln den überwiegenden Standard in der Hühnermast wider.