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26. Juni 2026

Tatort an EU-Sitz: Tierschützer*innen rechnen mit Politik ab

EU-Kommission hat ihr vor Jahren versprochenes Käfigverbot bis heute nicht umgesetzt 

Mit eindrucksvollen Protestaktionen in Brüssel haben Tierschützer*innen der Organisation Animal Equality das Leid von hunderten Millionen Tieren in der Europäischen Union sichtbar gemacht. Die Europäische Kommission hatte bereits 2021 versprochen, die Käfighaltung von Tieren in der gesamten EU zu verbieten – doch sie hat ihre Verpflichtungen bis heute nicht umgesetzt. Die Aktivist*innen fordern die Politiker*innen auf, endlich zu handeln und ihre jahrelangen Versprechungen in verbindliche Gesetze umzuwandeln.

Berlin/Brüssel, 26.06.2026

Nach zwei Tagen lautstarker und intensiver Proteste zu Beginn der Woche mit Unterstützer*innen aus ganz Europa hat Animal Equality am Mittwoch und Donnerstag erneut für Aufsehen im Europaviertel gesorgt. Am Mittwochmorgen entrollten Aktivist*innen vor dem Berlaymont-Gebäude, dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel, ein überdimensionales Banner in Form einer Kassenquittung. Die Bilanz von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Tischutzkommissar Olivér Várhelyi und EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen ist vernichtend: 0 eingehaltene Versprechen zum Käfigverbot.

„The cost of your betrayals“ (Die Kosten eures Verrats) prangt über der Abrechnung. Darunter genau aufgerechnet, wie viele Stunden Hühner, Kaninchen, Schweine und weitere Tiere seit dem gebrochenen Versprechen 2021 in Käfige gesperrt wurden. Die Summe bis heute: 4 Billionen Tiere, 19 Trillionen Stunden.

Protest in Brüssel

„Die Tiere zahlen den leidvollen Preis für die Untätigkeit der EU-Kommission. Mutterschweine fristen mehrere Monate jedes Jahr in Kastenständen, die kaum größer sind als ihr eigener Körper. Die Tiere können sich nicht einmal umdrehen. Viele Hühner in der Eierindustrie werden fast ihr ganzes Leben lang in Käfigen gehalten, in denen sie nicht einmal ihre Flügel ausbreiten können. Die Liste ist lang und grausam. Die EU-Kommission muss dieses Leid endlich und endgültig beenden.“

– Till Hartmann, Campaigner bei Animal Equality Deutschland

Am Donnerstagmorgen errichteten die Aktivist*innen einen Tatort an der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE), dem Arbeitsort des Tierschutzkommissars. Absperrband mit Aufdrucken wie „Promises killed here“ (Hier werden Versprechen getötet) und „Várhelyi, do your job“ (Várhelyi, mach deine Arbeit) blockierte den Eingang des EU-Sitzes. Menschen in Schutzanzügen hielten Plakate mit den Beweisen für den politischen Verrat.

EU-Kommission unter Druck

Mit diesen eindrucksvollen Protestaktionen hat die Tierschutzorganisation Animal Equality ihre Kampagne „EU-Tierschutzreform – jetzt“ sowie den Druck auf die verantwortlichen Politiker*innen nochmals intensiviert. Denn die EU-Kommission will am 7. Juli ihre „Strategie für Nutztierhaltung“ (Livestock Strategy) vorstellen. Sie wird die Richtung vorgeben, ob der für das vierte Quartal 2026 geplante Legislativvorschlag zum Tierschutz verpflichtende Maßnahmen wie ein Käfigverbot enthält – oder ob die EU-Kommission ihr Versprechen erneut bricht oder durch unverbindliche Empfehlungen und endlose Übergangsfristen verwässert.

„Die EU-Kommission hat sich jetzt fünf Jahre seit ihrem Versprechen Zeit genommen. Wenn sie dieses Jahr wieder kein verbindliches Käfigverbot liefert, dann macht sie unmissverständlich klar: Versprechen sind ihr nichts wert. Weder 1,4 Millionen Bürger*innen noch hunderte Millionen leidende Tiere zählen für sie.“

– Till Hartmann, Campaigner bei Animal Equality Deutschland

Hintergrund: Nach der erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ mit über 1,4 Millionen Unterschriften hat die Europäische Kommission 2021 die konkrete Zusage gemacht, die Käfighaltung schrittweise zu beenden – mit einem Legislativvorschlag bis Ende 2023. Diese Frist ist längst verstrichen und es gibt bis heute keinen entsprechenden Gesetzesentwurf. Daraufhin wurde die Europäische Kommission sogar für ihre Untätigkeit am Europäischen Gerichtshof verklagt. Ein Urteil wird noch in diesem Jahr erwartet.

Wir stehen Ihnen jederzeit für weitere Informationen und Gespräche zur Verfügung. Wenden Sie sich gerne an unseren Pressekontakt Till Hartmann via E-Mail an [email protected] oder melden Sie sich telefonisch unter +49 (0)176 3004 0892.

Fotos und weitere Informationen:

Bildnachweis: Animal Equality. Nur für redaktionelle Berichterstattung im Zusammenhang mit der Kampagne „EU-Tierschutzreform – jetzt“ von Animal Equality.

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Über Animal Equality

Animal Equality wurde 2006 von Sharon Núñez, Javier Moreno und Jose Valle in Spanien gegründet und ist heute eine der weltweit effektivsten Tierschutzorganisationen. Gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und Unternehmen arbeiten wir in acht Ländern auf vier Kontinenten für eine Welt, in der alle Tiere respektiert und vor Ausbeutung geschützt werden. Zudem unterstützt Animal Equality mit der Plattform Love Veg zahlreiche Menschen bei ihrer Ernährungsumstellung und bietet unter anderem kostenfreie pflanzliche Kochbücher an. Animal Equality setzt sich durch Aufklärungsarbeit, Unternehmenskampagnen und die Veröffentlichung von Undercover-Recherchen dafür ein, die Grausamkeit gegenüber landwirtschaftlich genutzten Tieren zu beenden. Ebenso strebt Animal Equality Fortschritte für Tiere auf rechtlicher Ebene an.

Pressekontakt Animal Equality

Animal Equality Germany e.V.
Till Hartmann
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