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RECHERCHE: Grausamkeiten in einem italienischen Schweineschlachthof, der auch Deutschland beliefert.

June 18, 2021

Animal Equality enthüllt schockierende Aufnahmen aus einem Betrieb der Firma ‘ZEMA S.r.l.’, die zahlreiche Rechtswidrigkeiten und schwere Verstöße gegen die Mindeststandards des Tierschutzes dokumentieren. Der Schweineschlachthof befindet sich in der Lombardei, in der Provinz Cremona, und beliefert unter anderem Schweinefleischproduzenten in Deutschland.

Die letzte Woche von Animal Equality Italy veröffentlichte Undercover-Recherche konzentriert sich auf ‘Zema S.r.l.’, ein Unternehmen in der Provinz Cremona, das seit 1987 Schweine schlachtet und verarbeitet und eines der vielen Unternehmen ist, die das vermeintliche Qualitätsmerkmal ‘Made in Italy’ sowohl in Italien als auch im Ausland vertreten. 

Von den jährlich mehr als 800.000 Schweinen, die in der Gegend von Cremona gezüchtet und getötet werden, erreichen etwa 19% – also etwa 150.000 Tiere pro Jahr – diesen Schlachthof. 

Obwohl das Unternehmen damit wirbt, sich besonders um die Tiere zu kümmern, zeigen die Aufnahmen, die Animal Equality Italy während der Undercover-Recherche dokumentiert hat, eine ganz andere Situation.

Die Aufnahmen zeigen unter anderem:

  • eine unwirksame oder unzureichende Betäubung der Tiere
  • Tiere, die bereits vor der vollständigen Betäubung verstümmelt werden (einige Schweine werden mit teilweise abgetrennten und verstümmelten Beinen auf das Förderband gelegt)
  • Schweine, die bei Bewusstsein geschlachtet werden und während der Entblutungs- und Tötungsphase enorme Schmerzen empfinden
  • Tiere, die in Gruppen in den Betäubungskäfig gesperrt wurden, was gegen die Tierschutzbestimmungen verstößt
  • Schweine, die ohne Entladerampe von den Arbeitern von den LKWs geschubst werden
  • Arbeiter, die die Tiere treten, an den Ohren ziehen
  • systematische Verstöße bis hin zu Fällen besonders grausamer Tötungen
  • einen Arbeiter, der einem Ferkel zunächst wiederholt mit einer Eisenstange auf den Kopf schlägt und es dann gegen eine Wand schleudert und anschließend den Körper des sterbenden Tieres über einen Zaun wirft

Die Auswertung dieser Bilder durch Tierärzt*innen und Rechtsexpert*innen im Bereich Tierschutz zeigt, dass es in jeder Phase der Produktion (von der Ankunft der Tiere bis zu ihrem Tod) an Kontrollen und der Einhaltung der Vorschriften mangelt. 

Obwohl Animal Equality von April 2020 bis heute bereits zwei Beschwerden bei der Staatsanwaltschaft und eine Beschwerde wegen irreführender Werbung bei der italienischen Wettbewerbsbehörde gegen ‘Zema S.r.l.’ eingereicht hat, scheint sich nichts geändert zu haben und es gab keine Rückmeldung von den Behörden. 

Bereits im Dezember 2017 startete Animal Equality eine Petition an das Gesundheits- und das Landwirtschaftsministerium, um eine Reihe von systematischen Grausamkeiten zu beenden, die jeden Tag in italienischen Schlachthöfen stattfinden. Die Kampagne – gestützt durch Recherchen in italienischen Schlachthöfen – wurde von über 200.000 italienischen Bürgern unterstützt, die mehr Kontrollen, die Einführung von Überwachungssystemen und die obligatorische Betäubung der Tiere mit der Streichung aller Ausnahmen fordern.

“Unsere Recherche hat einmal mehr die Misshandlung von und Brutalität gegenüber Tieren in der Nutztierindustrie sowie das völlige Fehlen angemessener Kontrollen und der Einhaltung der geltenden Tierschutzgesetze deutlich gemacht. Wir können nicht akzeptieren, dass diese Situation unverändert bleibt und werden weiter dafür kämpfen, dass die Rechte der Tiere wirklich geschützt werden.”

Alice Trombetta, Executive Director von Animal Equality Italien

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Italien

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