Reform des EU-Tierschutzrechts – JETZT: Unterschreibe unseren Offenen Brief!
Neuigkeiten

So leiden Kälber für Milch: Tierschutzverstöße in Zulieferbetrieb von Marks & Spencer

Animal Equality veröffentlicht heute Aufnahmen aus einem Milchbetrieb in Großbritannien. Der Betrieb beliefert eines der größten britischen Einzelhandelsunternehmen, Marks & Spencer. Das Unternehmen rühmt sich damit, die höchsten Tierwohl-Standards des Landes zu bieten.
März 28, 2017 Aktualisiert: 28. März 2017

Die Aufnahmen zeigen bis zu sechs Monate alte Kälbchen, die in Einzelboxen gehalten werden. Viele der Tiere sind bereits viel zu groß für die engen Boxen: Sie können sich kaum bewegen und stoßen mit ihrem Rücken immer wieder an den scharfkantigen Boxeneingang.

Eigentlich sieht das britische Tierschutzgesetz anderes vor, da Kälber vor allem eines brauchen: viel Bewegung und Kontakt zu ihren Artgenossen. Deswegen ist die Haltung der Tierkinder in Einzelboxen auf maximal 8 Wochen nach ihrer Geburt beschränkt. Dennoch fand unser Ermittlerteam in diesem Betrieb Kälbchen im Alter von bis zu sechs Monaten in solchen Boxen vor.

Kühe und ihre erst wenige Tage alten Kälber zu trennen, ist übliche Praxis in der Milchindustrie überall auf der Welt – auf die enge Bindung zwischen Mutter und Neugeborenem wird hier keine Rücksicht genommen.

Das britische Tierschutzgesetz sieht jedoch vor, dass die Kälbchen ab dem Alter von acht Wochen in Gruppen gehalten werden, um ihr starkes Bedürfnis nach Nähe und Gesellschaft zu stillen.

Rund 1000 Kälbchen werden in dem Betrieb in East Chaldon, Dorset, gehalten. Der Betrieb gehört J.F. Cobb & Sons. Laut Website beliefern jene das britische Einzelhandelsunternehmen Marks & Spencer unter Berücksichtigung besonders hoher Tierschutzstandards.

Unser Team in Großbritannien hat die Aufnahmen an die Öffentlichkeit gebracht, um Marks & Spencer dazu zu bewegen, nicht länger mit diesem Betrieb zusammenzuarbeiten. Außerdem rufen wir Einzelhandel und Supermärkte dazu auf, keine Toleranz walten zu lassen, wenn Zulieferbetriebe das Tierschutzgesetz verletzen.

Wir werden über die weiteren Entwicklungen in Großbritannien berichten.

Der einfachste Weg, Kühen und ihren Kälbern zu helfen ist, Milch und Milchprodukte durch tierfreundliche Optionen zu ersetzen. Mittlerweile gibt es unzählige Alternativen zu herkömmlicher Kuhmilch. Auf unserer Webseite findest du ein paar der leckersten: 5 Milchalternativen, die besser sind als Kuhmilch.

Damit diese wundervollen, sensiblen Tiere nicht mehr in Einsamkeit leben müssen.

VERTEIDIGE MUTTERSCHAFT

Die mütterlichen Instinkte eines Rinds sorgen schnell für eine enge Bindung zu ihrem Kalb. Bewahre diese innige Beziehung, indem du dich für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten entscheidest.


Aktuellste Neuigkeiten
30. April 2026

Seit Jahren kämpft unser brasilianisches Team für ein Verbot der tierquälerischen Zwangsmast von Enten und Gänsen in der Stopfleberproduktion – und jetzt steht ein Gesetz kurz bevor. Es fehlt nur noch die Unterschrift des Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva unter dem Verbotsentwurf. Das ist ein historischer Moment: Damit wird Brasilien das erste Land Lateinamerikas sowie nach Indien das zweite weltweit sein, das per Bundesgesetz ein umfassendes Verbot sowohl der Herstellung als auch des Verkaufs von Foie gras festlegt.
30. April 2026

Zwei Aktivist*innen haben Aufnahmen aus einem Schlachthof veröffentlicht und wurden dafür von dem Betreiber verklagt. Sie sollen die veröffentlichten Aufnahmen löschen und Schadensersatz bezahlen – der Prozess läuft aktuell noch. Es darf nicht sein, dass Menschen verurteilt werden, weil sie die Wahrheit und alltägliche Realität in der Tierindustrie zeigen. Der Schlachthof-Prozess geht uns alle an: Tierleid zeigen ist kein Verbrechen! Setze dich jetzt für die Tiere und Ermittler*innen ein.
30. April 2026

Olivér Várhelyi, EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, und Christophe Hansen, EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, haben über 15 Monate hinweg immer wieder Vertreter*innen der Fleisch‑, Geflügel‑ und Milchindustrie getroffen – und Organisationen, die sich für Tiere einsetzen, fast vollständig ignoriert. Das ist keine Behauptung, sondern dokumentierte Realität. Die Frage ist: Wer bestimmt tatsächlich den Tierschutz in Europa – die gewählten Vertreter*innen oder die Tierhaltungsindustrie?