Von der Leyen ignoriert Tierschutz – wir lassen nicht locker
Gestern hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union kein einziges Wort über den Tierschutz verloren. Kein Wort über die Käfighaltung. Kein Wort über das Töten männlicher Küken. Auch im Letter of Intent – dem schriftlichen Begleitdokument zur Rede – sucht man vergeblich. Das ist nicht nur eine Enttäuschung – es ist ein politisches Versagen.
Unser Protest vor dem Europäischen Parlament
Schon am Mittwochmorgen, während Ursula von der Leyen ihre Rede gehalten hat, standen Aktivist*innen von Animal Equality vor dem Europäischen Parlament in Straßburg, um unsere Forderungen erneut deutlich zu machen. Und wir werden weiter Druck machen!

Im Vorfeld der Rede hatte die EU-Kommission Bürger*innen im Rahmen einer öffentlichen Konsultation (2025) dazu aufgerufen, ihre Prioritäten einzubringen. Das Ergebnis war eindeutig: Von über 190.000 gültigen Antworten sprachen sich rund 99 Prozent für ein Ende der Käfighaltung aus. Und knapp 98 % lehnten auch das Kükentöten ab. In der Rede zur Lage der Union kamen Tiere nicht vor. Das ist kein Versehen – das ist eine Entscheidung.
„Der Legislativvorschlag muss kommen – wie versprochen, ohne weitere Verzögerungen. Europa braucht verbindliche Standards, keine Absichtserklärungen. Die Zeit der Symbolpolitik ist vorbei.“
Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland
Unsere Aktionen in Deutschland und Europa
Mit einer bundesweiten Flyer-Kampagne, die die Frage stellte „Warum lässt Ursula von der Leyen das zu?“, haben wir auf das jahrelange Versagen der EU-Kommission aufmerksam gemacht. Ein Gläserner Truck mit einem Kastenstand für Schweine fuhr quer durch Deutschland – unter anderem durch Berlin und die Region Hannover, von der Leyens Heimatregion – und machte das Leid der Tiere für Passant*innen sichtbar. Ein Artikel unter anderem in der Süddeutschen Zeitung wandte sich direkt an die Kommissionspräsidentin: „Setzen Sie sich für die Tiere ein!“
Auf europäischer Ebene protestierten wir in den vergangenen Monaten mehrfach direkt vor dem Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel – und trugen unsere Forderung bis vor die Tür der Verantwortlichen.
Sechs Jahre gebrochene Versprechen
2019 haben über 1,4 Millionen europäische Bürger*innen die Europäische Bürgerinitiative „End the Cage Age“ unterzeichnet – eine der erfolgreichsten Bürgerinitiativen in der Geschichte der EU. Die Kommission verpflichtete sich daraufhin, bis 2023 einen Legislativvorschlag zur schrittweisen Abschaffung der Käfighaltung vorzulegen. Diese Frist verstrich ohne Ergebnis.
Die im Juli veröffentlichte Nutztierstrategie der Kommission hatte erstmals konkrete Pläne für eine Überarbeitung der Tierschutzgesetzgebung festgehalten – einschließlich eines schrittweisen Ausstiegs aus der Käfighaltung und eines Endes des Kükentötens. Gestern hatte von der Leyen die Gelegenheit, diese Pläne vor dem Europäischen Parlament offiziell und verbindlich zu bestätigen. Sie hat sie nicht genutzt. Sechs Jahre nach dem ersten Versprechen, drei Jahre nach der verpassten Frist.
Jeden Tag leben Millionen Tiere eingesperrt in Käfigen, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Gleichzeitig werden männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet, weil die Eierindustrie sie als nutzlos betrachtet. Es ist tierschutzwidrig, Alternativen existieren bereits – und die Kommission ist seit Jahren in der Pflicht zu handeln.
Im Februar 2026 haben wir die Kampagne „EU: Ihr zögert, sie leiden!“ gestartet. Seitdem haben wir in ganz Europa mobilisiert und eine Forderung direkt vor die Tür der Kommission getragen: Schluss mit der Käfighaltung, Schluss mit dem Töten männlicher Küken. Jeder Monat Verzögerung ist ein weiterer Monat, den diese Tiere darin verbringen.
Ursula von der Leyen hat gestern eine Entscheidung getroffen – eine Entscheidung gegen die Tiere und den Willen von Millionen Bürger*innen in Europa. Das ist inakzeptabel. Die Versprechen wurden gemacht, die Forderungen sind seit Jahren dieselben, die Pläne liegen auf dem Tisch. Die EU-Kommission muss ihren Worten endlich Taten folgen lassen.
Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland

Schreib Ursula von der Leyen jetzt
Sie hat die Tiere in ihrer Rede übergangen. Jetzt landet unsere Forderung in ihrem Postfach – klar und unmissverständlich: Käfige abschaffen, Kükentöten beenden.
Das Wichtigste in Kürze
- 1 Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der Union kein Wort über Tierschutz verloren
- 2 Monatelange Aktionen in Deutschland und Europa haben Hunderttausende Menschen erreicht – die Kampagne geht weiter
- 3 Die Kommission hat seit 2021 versprochen, die Käfighaltung per Gesetz zu beenden – bis heute ohne Ergebnis
- 4 Forderungen: Käfigverbot, Ende des Kükentötens, verbindliche Fristen ohne Ausnahmen
