
Die Eierindustrie
Animal Equality macht das Leid der Tiere in der Eierindustrie sichtbar.
WAS SPRICHT GEGEN EIER?
Hühner sind sehr soziale Tiere. Sie scharren liebend gerne nach Futter, nehmen ausgedehnte Staubbäder und kümmern sich um ihren Nachwuchs. Doch in der landwirtschaftlichen Tierhaltung können sie diese Bedürfnisse nicht ausleben. Stattdessen sind sie darauf gezüchtet, möglichst viele Eier zu legen. Zumeist sind die Hühner nach nur 12 bis 15 Monaten körperlich völlig ausgezehrt. Sobald ihre Legeleistung nachlässt, werden sie geschlachtet und meistens als „Suppenhühner“ vermarktet.
EIN TÖDLICHER START
Männliche Küken legen keine Eier. Da die in der Eierindustrie verwendeten Hühnerrassen nicht zur Fleischgewinnung taugen, gelten die männlichen Küken als wertlos. Kurze Zeit nach dem Schlüpfen werden sie von den weiblichen Küken getrennt und bei vollem Bewusstsein geschreddert oder durch Gas getötet und ihre Überreste meistens zu Tierfutter oder Dünger verarbeitet. In Deutschland ist diese Praktik seit dem 01.01.2022 verboten. Stattdessen wird die In-ovo-Sexing-Technologie eingesetzt. Diese Technologie ermöglicht es, das Geschlecht der Küken vor dem Schlüpfen zu bestimmen und die Eier mit männlichen Embryonen zu vernichten und in der Tierfutterproduktion zu verarbeiten, bevor die Küken zur Welt kommen. In vielen anderen Ländern bleibt das Kükentöten nach wie vor legal und betrifft weltweit 6,5 bis 7 Milliarden männliche Küken pro Jahr. Auch das deutsche Verbot gilt nicht automatisch für das Ausland. Hühner in der Eierproduktion können aus Brütereien stammen, in denen männliche Küken weiterhin getötet werden. Auch importierte Eier und Eiprodukte in verarbeiteten Lebensmitteln können aus Ländern kommen, in denen das Kükentöten erlaubt ist. Für Verbraucher*innen ist das meist nicht transparent erkennbar. Teilweise werden männliche Küken ins Ausland exportiert und dort getötet. Hinzu kommt: Die In-ovo-Geschlechtsbestimmung verhindert zwar, dass männliche Küken schlüpfen und nach der Geburt getötet werden. Stattdessen werden jedoch männliche Embryonen im Ei aussortiert und getötet. Aus Tierrechtsperspektive bleibt damit das zentrale Problem bestehen: In der Eierindustrie werden Tiere nach wirtschaftlicher Verwertbarkeit sortiert – und diejenigen, die in diesem System keinen Nutzen haben, wie Abfall entsorgt.


EINGESPERRT
In Deutschland ist die grausame Käfighaltung zwar fast abgeschafft, doch den Tieren steht auch in Bodenhaltung nur wenig Platz zur Verfügung. Ca. 58,1 % der Hühner leben hierzulande in dieser Haltungsform, oft in riesigen Hallen mit bis zu 6.000 Tieren. Neun Hühner müssen sich dabei einen einzigen Quadratmeter teilen. Oft bleiben tote Hühner lange mitten unter den Lebenden liegen.
VERHALTENSSTÖRUNGEN
Wegen der enormen Enge kommt es unter den Tieren zu Verhaltensstörungen, verursacht durch Stress und Frustration. Hühner sind eigentlich äußerst soziale Tiere, doch in der landwirtschaftlichen Tierhaltung verletzen sie einander durch Federpicken. Manchmal kommt es sogar zu Kannibalismus.

In Zahlen
NEBEN DEM TIERLEID
Die Eierindustrie schadet unserer Gesundheit und dem Planeten.
EIER UND UMWELT
Wie die gesamte Haltung von landwirtschaftlich genutzten Tieren hat auch die Eierindustrie enorme Auswirkungen auf die Umwelt. Ein Kilogramm Ei verursacht in Deutschland durchschnittlich rund 3,0 Kilogramm CO₂-Äquivalente – also Treibhausgasemissionen entlang der Produktionskette bis zur Supermarktkasse. Gleichzeitig ist der Konsum hoch: 2025 lag der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei 252 Eiern. Damit ist die Eierindustrie kein Randthema, sondern Teil eines ressourcenintensiven Ernährungssystems. Neben CO₂ produziert die Eierindustrie zudem große Mengen Ammoniak, welches Böden und Gewässer versauert, Trinkwasservorkommen belastet und zur Bildung von Feinstaub beiträgt.


EIER UND GESUNDHEIT
Der Verzehr von Eiern birgt verschiedene Risiken für unsere Gesundheit. Eier können mit Salmonellen belastet sein. Besonders riskant sind rohe oder nicht durcherhitzte Eier sowie Speisen mit rohem Ei, etwa Mayonnaise, Cremes, Tiramisu oder Speiseeis. Für kleine Kinder, ältere Menschen und immungeschwächte Personen kann eine Infektion besonders gefährlich werden. Häufig sind Hühner selbst Überträger der Bakterien. Diese können das Innere der Eier kontaminieren, noch bevor sich die Schale bildet. Auch über den Kot der Vögel gelangen die Erreger auf die Eier, die in Deutschland vor dem Verkauf nicht gewaschen werden. Beim Menschen lösen Salmonellen heftigen Durchfall, Fieber, Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus.
KAMPAGNEN
Die Hühner in der Eierindustrie leiden immens. Durch Veröffentlichungen von Undercover-Recherchen hat Animal Equality dieses Leid in Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Mexiko, Brasilien und Indien wiederholt an die Öffentlichkeit gebracht.
WELTWEITER WANDEL ZUM ENDE DER KÄFIGHALTUNG
In Deutschland ist die Käfighaltung von Hühnern seit 2010 verboten. Dennoch durften sogenannte Kleingruppenhaltungen bzw. ausgestaltete Käfige in bestehenden Betrieben noch bis Ende 2025 genutzt werden. Und in vielen anderen Ländern vegetieren noch immer unzählige Hühner in winzigen Käfigen vor sich hin. Animal Equality arbeitet weltweit daran, das Leid dieser Hühner zu verringern. Durch Unternehmenskampagnen konnten wir bereits erfolgreich das Leben von über 90 Millionen Hühnern pro Jahr verbessern.

USA
Ahold Delhaize
Nach einer internationalen Kampagne von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen, darunter Animal Equality, hat sich Ahold Delhaize verpflichtet, seine US-Lieferketten schrittweise von Käfigsystemen wegzuführen. Für den Eierbereich bedeutet das: Die US-Marken des Handelskonzerns sollen bis 2032 vollständig auf käfigfreie Eier umstellen und ihre Fortschritte transparenter berichten. Diese Zusage betrifft geschätzt 5–7 Millionen Hühner in der Eierindustrie.
Spanien
Huevos Guillen
Der spanische Eierproduzent, Huevos Guillen, hat sich nach Gesprächen mit Animal Equality dazu verpflichtet, Käfigeier bis 2025 aus seinen Lieferketten zu verbannen. Diese Richtlinie wird künftig das Leid von 5 Millionen Hühnern verringern.


Brasilien
Starbucks
Nach Verhandlungen mit Animal Equality, hat sich die Kaffeehauskette Starbucks dazu verpflichtet, Eier aus Käfighaltung bis 2025 aus seinen Lieferketten in Brasilien zu verbannen. Diese Richtlinie wird das Leid von 10.000 Hühnern jedes Jahr verringern.
Italien
Carrefour
Das französische Einzel- und Großhandelsunternehmen Carrefour hat sich 2017 dazu verpflichtet und ab 2020 damit begonnen, auf Eier aus Käfighaltung zu verzichten. Der Prozess soll bis 2032 abgeschlossen sein. Das gab der internationale Konzern nach Gesprächen mit Animal Equality bekannt. Diese Richtlinie wird das Leid von 500.000 Hühnern jedes Jahr verringern.

WIE KANN ICH HELFEN?

ANIMAL DEFENDER WERDEN
Animal Equalitys Arbeit wäre nicht möglich ohne den unermüdlichen und ehrenamtlichen Einsatz zahlloser Freiwilliger. Unterstütze uns im Rahmen unserer Unternehmenskampagnen oder bei Infoständen sowie Straßen- oder Onlineaktionen. Wenn auch du als Animal Defender aktiv werden möchtest, melde dich hier schnell und unkompliziert an. Dein Einsatz für eine bessere Welt!
TIERFREUNDLICH ESSEN
Hühnern zu helfen ist heute einfacher denn je. Eier lassen sich beim Kochen und Backen bestens durch pflanzliche Alternativen ersetzen – ein einfacher Weg, den Tieren, der Umwelt und sich selbst etwas Gutes zu tun.



